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05.01.2017 / Bergung Rittisberg

Am 5.Jänner kam eine zehnjährige Schülerin aus Deutschland abseits der Piste zu Sturz und fiel in einen Graben, aus dem sie nicht mehr eigenständig befreien konnte. Daraufhin verständigte die Schülerin selbständig mittels Mobiltelefon die Rettungskräfte und konnte unverletzt geborgen werden.

Die zehnjährige Skifahrerin aus der deutschen Stadt Bochum wollte gegen 15.45 Uhr eine Abkürzung zwischen der Märchenabfaht am Rittisberg nehmen. Sie kam dabei im Gelände abseits der Piste zu Sturz und  fiel unglücklich in einen Graben, aus dem sie sich nicht mehr selbstständig befreien konnte. Glücklicherweise hatte das Mädchen ein Mobiltelefon mit, mit dem sie einen Notruf absetzte.

Kurz nach 16:00 Uhr rückten 3 Mann von unserem Team mit 3 Skidoos Richtung Rittisberg aus um die Skifahrerin zu suchen. 4 Mann von den Rittisberg-Bergbahnen waren bereits ebenfalls mit Skidoos auf der Suche nach dem Mädchen. Da es mehrere Möglichkeiten gibt um eine Abkürzung zu nehmen, dauerte es nahezu eine Stunde bis die Skifahrerin von einem Angestellten der Bergbahnen gefunden wurde. Glücklicherweise zog sich das Mädchen bei dem Sturz keine Verletzungen zu, konnte unverletzt geborgen, und mit dem Skidoo ins Tal gebracht werden.

Bild: Hannes Uttinger / BRD Ramsau

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Livebericht vom Einsatzort

Lawinenlagebericht für die Steiermark vom 2017-01-05, 16:55 Uhr
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 3
Nordalpen Mitte: 3
Nordalpen Ost: 3
Niedere Tauern Nord: 3
Niedere Tauern Süd: 2
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 2

Problem1: Triebschnee,
Problem2: Altschnee,

SCHLAGZEILE:
Tiefwinterliche Verhältnisse in den Nordstaugebieten: zum Teil hohe Störanfälligkeit der Schneedecke durch verschiedene Schwachschichten!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den gesamten Nordalpen und den nördlichen Niederen Tauern herrscht erhebliche Lawinengefahr, an der Tauernsüdseite und im östlichen Randgebirge ist die Lawinengefahr mäßig, in den Gurk- und Seetaler Alpen sowie im westlichen Randgebirge gering. Der Sturm hat Gipfel und Grate abgeblasen, die Einwehungen reichen dafür weit herunter. Die bisher vorwiegend schattseitig aufgetretenen Schwachschichten (kantige Formen und Oberflächenreif) wurden vom Neu- und Triebschnee zugedeckt. Es bildeten sich im Neuschnee weitere Schwachschichten in Form weicherer Schneeeinlagen und Graupel, die in allen Hangrichtungen auftreten und bis in die Waldbereiche herunter vom Triebschnee überdeckt werden können. Mit einer Lawinenauslösung der gebundenen Schneetafel ist bereits bei geringer Zusatzbelastung durch einzelne Schifahrer zu rechnen. Außerdem sind vor allem dort, wo das schwache Schwimmschneefundament einen besonders schlechten Aufbau aufweist, auch Selbstauslösungen von kleinen bis mittelgroßen Lawinen möglich.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Derzeit gehen die Gefahrenstellen im Tourenbereich von mehreren Schwachschichten aus: Mit der aktuellen Schneefallperiode bilden sich momentan ? je nach Windeinfluss ? im gebundenen Schnee potenzielle Bruchflächen in Form weicherer Schneeeinlagen und Graupel aus. Der Neuschnee überdeckt außerdem ältere Schwachschichten, die sich einerseits schon im Laufe des Winters in schattseitigen Lagen über ca. 1.800m ausgebildet haben (Schwimmschnee unter einer geringmächtigen, verharschten Altschneedecke), andererseits aber erst vor kurzem im schattseitigen Gelände aller Höhenlagen entstanden sind (Oberflächenreif im Zuge der nächtlichen Ausstrahlung während des letzten Hochdruckgebietes).

WETTER:
Mit einer nördlichen Höhenströmung gelangt trockenere und extrem kalte Arktikluft zu uns. In den Nordalpen und Niederen Tauern schneit es am Freitag bei tiefwinterlichen Temperaturen noch unergiebig. Die Gipfel bleiben meist in Nebel, nur vorübergehend können die Wolken kurz auflockern. Im leebegünstigten Süden der Steiermark scheint abgesehen von kurzen Schneeschauern am Vormittag meist die Sonne. Es ist bitter kalt, dazu weht lebhafter bis stürmischer Nordwind mit Böen bis 100 km/h. Die Wind-Chill-Temperaturen liegen auf den Bergen um -30 Grad, auf exponierten Kämmen auch darunter!

TENDENZ:
Der Samstag beginnt gering bewölkt. Bis Mittag ziehen von Norden aber neue Wolken einer Warmfront auf, die Gipfel geraten im Laufe des Nachmittages in Nebel. Nachts dann von Norden erneut Schneefall. Bei nur geringer Frostabschwächung weht wieder starker Nordwestwind.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice für die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at

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03.01.2017 / Bergung Austriascharte

Am 3.Jänner gerieten zwei Skitourengeher aus Oberösterreich, auf der Austriascharte zwischen Dachsteingletscher und Edelgries in Bergnot. Aufgrund der starken Windböen war eine Bergung mittels Rettungshubschraubers nicht mehr möglich. Beide Skitourengeher konnten nach einer Rettungsaktion unverletzt geborgen werden.

Die Alpinisten wollten laut eigenen Angaben mittels GPS Daten über das Edelgries mit Tourenskiern zum Dachsteingletscher hochsteigen. Oberhalb des Edelgries kamen sie in die sehr steile Austriascharte welche tief verschneit war. Die beiden Alpinisten waren sich von diesem Zeitpunkt an nicht mehr sicher, ob die GPS Daten stimmten und setzten einen Notruf ab. Der Rettungshubschrauber C-14 des ÖAMTC wurde alarmiert und konnte kurz darauf die beiden Alpinisten auch orten, jedoch war eine Bergung mit dem Hubschrauber aufgrund der starken Windböen nicht mehr möglich. Um 16:55 Uhr wurde unser Team verständigt um die beiden Skitourengeher zu bergen. Mit 9 Mann rückte unser Team kurz nach 17:00 Uhr Richtung Talstation der Dachstein Gletscherbahn aus. An der Bergstation der Gletscherbahn angekommen transportierten wir mit einem Pistengerät die Mannschaft samt Ausrüstung zu den Aufstiegsleitern, welche zum Rosmarie-Stollen führen. Nach dem Aufstieg nördlich der Austriascharte erreichten wir über den Rosmarie-Stollen schließlich die Austriascharte. Aufgrund der Schneeverwehungen und des steilen Geländes, mussten ca. 170m Fix-Seile verankert werden um zu den beiden Alpinisten gelangen zu können. Bei knapp -15° Celsius, einsetzenden Schneefall, starken Windböen und Dunkelheit, war auch für unser erfahrenes Team äußerste Vorsicht geboten. Um ca. 18:45 Uhr waren wir zu den beiden Alpinisten vorgedrungen.

Beide Alpinisten waren gut ausgerüstet und waren in guter Verfassung als wir sie erreichten. Dank ihrer guten Verfassung waren sie in der Lage, mit unserer Unterstützung, eigenständig über die Austriascharte zu klettern und über die von uns installierten Fix-Seile zum Rosmarie-Stollen zu gelangen. An der Nordseite des Rosmarie-Stollen wurden sie zum Gletscher abgeseilt und im Anschluss mit dem Pistengerät zur Bergstation der Gletscherbahn gebracht. Um ca. 20:00 Uhr waren wir gemeinsam wieder bei der Talstation der Dachstein Gletscherbahn angelangt und die beiden Alpinisten konnten unverletzt geborgen.

Der erste Einsatz hat also auch im neuen Jahr nicht lange auf sich warten lassen. Die beiden Alpinisten waren überaus dankbar für die schnelle Rettung und blieben dank ihrer guten Ausrüstung und der Entscheidung die Rettungskräfte zu alarmieren unverletzt. Eine Nacht am Berg bei solch widrigsten Wetterbedingungen hätte wahrscheinlich schwerwiegendere Folgen gehabt.

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Bilder: Hans Prugger, Richard Schrempf, Hannes Uttinger

Livebericht vom Einsatzort

Lawinenlagebericht für die Steiermark vom 2017-01-04, 15:53 Uhr
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 3
Nordalpen Mitte: 3
Nordalpen Ost: 3
Niedere Tauern Nord: 3
Niedere Tauern Süd: 2
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1
Randgebirge West:
Randgebirge Ost: 2

Problem1: Triebschnee,

SCHLAGZEILE:
Tiefwinterliche Verhältnisse in den Nordstaugebieten mit Sturm, Neuschnee und Kälte: Frischer Triebschnee auch waldnah!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den gesamten Nordalpen und den nördlichen Niederen Tauern herrscht erhebliche Lawinengefahr, an der Tauernsüdseite und im östlichen Randgebirge ist die Lawinengefahr mäßig. In den übrigen Regionen wird aufgrund von Schneemangel noch keine Gefahrenstufe ausgegeben. Der Sturm bläst Gipfel und Grate ab, die Einwehungen reichen dafür weit herunter. Damit wurden die bisher vorwiegend schattseitig aufgetretenen Schwachschichten (kantige Formen und Oberflächenreif) vom Neu- und Triebschnee zugedeckt, und es bildeten sich weitere Schwachschichten in Form weicherer Schneeeinlagen, die in allen Hangrichtungen auftreten und bis in die Waldbereiche herunter vom Triebschnee überdeckt werden können. Eine Lawinenauslösung der gebundenen Schneetafel ist bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Derzeit gehen die Gefahrenstellen im Tourenbereich von Schwachschichten aus, die sich einerseits schon im Laufe des Winters ausgebildet haben (kantige Schneekristalle unter einer geringmächtigen Altschneedecke), andererseits erst vor kurzem entstanden sind (Oberflächenreif im Zuge der nächtlichen Ausstrahlung während des letzten Hochdruckgebietes). Mit der aktuellen Schneefallperiode wurden diese Schwachschichten von einer kalten und schlecht bindenden Neuschneeauflage überdeckt. Je nach Windeinfluss können im Neuschnee weitere potenzielle Bruchflächen in Form weicherer Schneeeinlagen entstehen!

WETTER:
Über das Sturmtief ?Axel? gelangt feuchtkalte Nordseeluft zu uns. Entlang der Nordalpen und Niederen Tauern schneit es über Nacht zum Teil intensiv, am Donnerstagvormittag noch mäßig. Am Nachmittag lassen die Schneefälle nach, in der Nacht auf Freitag lockern die Wolken vorübergehend auf. Die Alpensüdseite bleibt wetterbegünstigt, hier ziehen nur ab und zu Wolken mit einzelnen Schneeschauern durch. Auf den Bergen weht stürmischer Nordwestwind, der am Alpenostrand (Hochschwab-Veitsch-Rax) Orkanstärke erreicht. Die Temperaturen liegen in 1.500m bei -12 Grad und in 2.000m bei -16 Grad.

TENDENZ:
Am Dreikönigstag nimmt die Bewölkung weiter ab, im Nordstaugebiet kann es anfangs noch unergiebig schneien. Der Wind dreht auf Nord und wird ein wenig schwächer, die Temperaturen gehen aber noch weiter zurück (-21 Grad in 2.000m!). Der Samstag verläuft zeitweise sonnig, am Sonntag folgt weiterer Schnee. Es bleibt kalt und damit verzögert sich die Setzung der Schneedecke.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice für die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at

Livebericht vom Einsatzort

Lawinenlagebericht für die Steiermark vom 2017-01-03, 16:43 Uhr
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 Tagesgang
Nordalpen Mitte: 2-3 Tagesgang
Nordalpen Ost: 2-3 Tagesgang
Niedere Tauern Nord: 2-3 Tagesgang
Niedere Tauern Süd: 2
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1
Randgebirge West:
Randgebirge Ost: 1-2 Tagesgang

Problem1: Triebschnee,

SCHLAGZEILE:
Tiefwinterliche Verhältnisse in den Nordstaugebieten mit Sturm und Neuschnee: Zunahme der Gefahrenstellen durch neuen Triebschnee!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den gesamten Nordalpen und den nördlichen Niederen Tauern steigt morgen die Lawinengefahr über der Waldgrenze auf erheblich (Stufe 3) an. Auch an der Tauernsüdseite ist im Tagesverlauf mit mäßiger Lawinengefahr zu rechnen. In den übrigen Regionen wird aufgrund von Schneemangel noch keine Gefahrenstufe ausgegeben. Der Umfang der Gefahrenstellen nimmt im Laufe des Tages zu: Die bisher vorwiegend schattseitig aufgetretenen Schwachschichten (kantige Formen und Oberflächenreif) werden vom Neu- und Triebschnee zugedeckt, es entstehen in weiterer Folge durch weichere Schneeeinlagen neue Schwachschichten, die in allen Hangrichtungen auftreten und bis in den Wald vom Triebschnee überdeckt werden können. Eine Schneebrettauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich, aufgrund der schlechten Sicht sind die frischen Triebschneeablagerungen aber schwer zu erkennen!

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Derzeit gehen die Gefahrenstellen im Tourenbereich von Schwachschichten aus, die sich einerseits schon im Laufe des Winters ausgebildet haben (kantige Schneekristalle unter einer geringmächtigen Altschneedecke), andererseits erst vor kurzem entstanden sind (Oberflächenreif im Zuge der nächtlichen Ausstrahlung während des letzten Hochdruckgebietes). Diese Schwachschichten wurden in der Nacht von Montag auf Dienstag alpennordseitig von einer dünnen, kalten und schlecht bindenden Neuschneeauflage überdeckt. Morgen Mittwoch folgt ergiebigerer Neuschnee, der je nach Windeinfluss mehr oder weniger gebunden sein wird. Aus weicheren Schneeeinlagen unter dem Triebschnee können neue Schwachschichten entstehen!

WETTER:
In den Morgenstunden des Mittwochs erreicht uns eine Kaltfront. Von Nordwesten her geraten die Nordalpen und Niederen Tauern in Nebel und es setzt leichter Schneefall ein, welcher bis zum Nachmittag stärker wird. Die Alpensüdseite bleibt wetterbegünstigt, hier ziehen nur ab und zu Wolken mit einzelnen Schneeschauern durch. Der Wind weht zunehmend stürmisch aus Nordwest, in den steirisch- niederösterreichischen Kalkalpen können Orkanböen bis über 120 km/h erreichen. In 1.500m liegen die Temperaturen bei -6 Grad, in 2.000m bei -9 Grad.

TENDENZ:
Am Donnerstag hält das winterliche Wetter in den Nordalpen und Niederen Tauern an. Am Vormittag schneit es zum Teil noch intensiv, bis zum Nachmittag dann nur noch mit geringer Ergiebigkeit. Die Wolken bleiben aber meist dicht, der Wind weht mit unveränderter Stärke und die Temperaturen gehen weiter zurück. Südlich des Alpenhauptkammes lockert weiterhin der Nordföhn die Wolken auf, ein paar Schneeschauer können aber immer wieder übergreifen.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice für die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at

Livebericht vom Einsatzort

Lawinenlagebericht für die Steiermark vom 2017-01-02, 17:39 Uhr
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Süd: 1
Gurktaler u. Seetaler Alpen:
Randgebirge West:
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee,
Problem2: Altschnee,

SCHLAGZEILE:
Stürmischer Wind und leichter Schneefall sorgen für mäßige Lawinengefahr durch frischen Triebschnee!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den gesamten Nordalpen und den nördlichen Niederen Tauern herrscht über der Waldgrenze mäßige Lawinengefahr. In den übrigen Regionen herrscht entweder geringe Lawinengefahr oder es wird aufgrund von Schneemangel noch keine Gefahrenstufe ausgegeben. Die Gefahrenstellen finden sich insbesondere in den Einfahrten zu schattigen Rinnen und Mulden oder hinter Geländekanten, wo entweder frischer Triebschnee schon durch geringe Zusatzbelastung als Schneebrettlawine ausgelöst werden kann oder Schwimmschnee und kantige Kristalle das Schneedeckenfundament schwächen. Während die Triebschneebereiche für erfahrene Tourengeher leicht erkennbar sind und vermieden werden können, ist das Altschneeproblem unter der Schneeoberfläche verborgen und nicht äußerlich erkennbar. Es findet sich vornehmlich in den Hochlagen in Einfahrten zu extrem steilen, schattigen Rinnen.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Der Neu- und Triebschnee der in der Nacht von Montag auf Dienstag durchziehenden Kaltfront wird sich schattseitig auf bereits aufbauend umgewandelte kantige Schneekristalle oder Oberflächenreif ablagern und daher nur schlecht mit der Altschneedecke verbunden sein. Lokal können sich daher Gefahrenstellen bilden, an denen Triebschneelinsen leicht auslösbar sind. Allerdings sind diese Gefahrenstellen wegen der eher geringen Neuschneemengen kleinräumig begrenzt. In den Hochlagen sind schattseitig nach wie vor Schwachschichten im Altschnee vorhanden. Je nach Festigkeit der Harschkruste und des darüber liegenden Schneepaketes kann diese Schwachschicht mehr oder weniger leicht gestört werden und zu Schneebrettlawinen führen.

WETTER:
In der Nacht von Montag auf Dienstag überquert uns eine Kaltfront, die auf den Gipfeln für stürmischen Nordwest- bis Nordwind und kalte Temperaturen sorgt. In 2000 m erwarten wir am Montag daher rund -10 Grad. Die Schneefallgrenze reicht bis in die Tallagen und in den Nordstaugebieten (R1) kommt es zu unergiebigen Schneefällen. Insgesamt sind vorerst nicht mehr als maximal 10 cm Neuschnee zu erwarten. In der Früh lassen die Schneefälle nach und die Bewölkung lockert ein wenig auf. In den südlichen Gebirgsgruppen ist nach wie vor kein Neuschnee zu erwarten und das Wetter ist generell freundlicher als im Norden der Steiermark.

TENDENZ:
Am Mittwoch erreicht uns aus Norden eine weitere Front mit stürmischem Wind und beachtlichen Neuschneemengen in den Nordstaugebieten. Die Lawinengefahr wird deutlich ansteigen.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Andreas Gobiet

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice für die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at

Livebericht vom Einsatzort

Lawinenlagebericht für die Steiermark vom 2017-01-01, 16:41 Uhr
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 2000
Nordalpen Mitte: 1-2 2000
Nordalpen Ost: 1-2 2000
Niedere Tauern Nord: 1-2 2000
Niedere Tauern Süd: 1
Gurktaler u. Seetaler Alpen:
Randgebirge West:
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Altschnee,

SCHLAGZEILE:
Schwachschichten im Altschnee sorgen für mäßige Lawinengefahr in steilen schattigen Hängen!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den gesamten Nordalpen und den nördlichen Niederen Tauern herrscht in den Hochlagen mäßige Lawinengefahr. In den übrigen Regionen herrscht entweder geringe Lawinengefahr, oder es wird aufgrund von Schneemangel noch keine Gefahrenstufe ausgegeben. Die Gefahrenstellen finden sich insbesondere in extrem steilen nördlich exponierten Geländeformen wie Rinnen und Mulden, wo Schwimmschnee und kantige Kristalle das Schneedeckenfundament schwächen. Diese Schwachschichten im Altschnee sind äußerlich auch von erfahrenen Tourengehern nicht zu erkennen! In höheren Lagen und insbesondere an den Übergängen von wenig zu viel Schnee (z.B. Einfahrtsbereiche von Rinnen) können Schneebrettlawinen durchaus schon durch die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Tourengehers ausgelöst werden.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Nach wie vor ist der Großteil des Steirischen Berglandes durch den Wechsel zwischen abgeblasenen, teils vereiste Bereichen und mächtigen Schneeansammlungen in Hohlformen geprägt. In den schattseitigen hohen Lagen beginnt sich der Schnee an der Oberfläche bereits aufbauend umzuwandeln, d.h. es entsteht sehr lockerer, weicher Schnee, der in Zukunft, wenn eingeschneit, als Schwachschicht in Frage kommt. Bis über 2000 m findet sich in der Schneedecke eine Harschkruste oder Eislamelle vom Regen letzten Sonntag. Darunter sind in nördlichen Expositionen weiche Schwachschichten aus kantigen Kristallen eingelagert. Je nach Festigkeit der Harschkruste und des darüber liegenden Schneepaketes kann diese Schwachschicht mehr oder weniger leicht gestört werden und zu Schneebrettlawinen führen.

WETTER:
Am Montag kündigen sinkende Temperaturen und zunehmender Westwind einen Wetterumschwung an. Der Vormittag verläuft noch durchwegs wolkenlos, am Nachmittag ziehen von Norden her die ersten Wolken einer Kaltfront auf und gegen Abend beginnt es zu schneien. Es werden allerdings vorerst noch keine größeren Neuschneemengen erwartet. Die Temperaturen sinken im Laufe des Tages rasch ab und erreichen bis zum Abend -9 Grad in 2000 m. Der Westwind nimmt gleichzeitig zu und wird insbesondere in den Nordalpen ab Mittag stürmisch.

TENDENZ:
Am Dienstag lassen die Niederschläge nach und das Wetter wird teilweise sonnig. Der stürmische Wind aus Nordwest und die kalten Temperaturen bleiben uns allerdings erhalten. Je nach Neuschneemenge am Vortag nimmt die Lawinengefahr leicht zu.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Andreas Gobiet

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice für die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at