Livebericht vom Einsatzort

Lawinenlagebericht für die Steiermark vom 2016-12-29, 17:57 Uhr
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Süd: 1
Gurktaler u. Seetaler Alpen:
Randgebirge West:
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee,
Problem2: Altschnee,

SCHLAGZEILE:
Mäßige Lawinengefahr in den Hochlagen durch Triebschnee und Schwachschichten im Altschnee!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den gesamten Nordalpen und den nördlichen Niederen Tauern herrscht über der Waldgrenze mäßige Lawinengefahr. In den übrigen Regionen herrscht entweder geringe Lawinengefahr, oder es wird aufgrund von Schneemangel noch keine Gefahrenstufe ausgegeben. Zu beachten sind mit Triebschnee beladene Bereiche wie Rinnen und Mulden oder Bereiche hinter Geländekanten. Insbesondere schattseitig ist der Triebschnee noch nicht ausreichend mit der Altschneedecke verbunden. In hochgelegenen, nördlich exponierten Hängen finden sich zusätzlich Schwachschichten im Altschnee, die vorwiegend durch große Zusatzbelastung, an den Übergängen von viel zu wenig Schnee teilweise aber auch schon durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden können.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Am Mittwoch ist in den Nordalpen etwa 50 cm Neuschnee gefallen, stellenweise auch etwas mehr. An der Nordseite der Niederen Tauern betrug die Neuschneemenge noch etwa 20 cm, die südlichen Gebirgsgruppen (R2) gingen weitgehend leer aus. Der Neuschnee wurde durch stürmischen Nordwind großräumig verfrachtet, wodurch keine geschlossene Schneedecke entstehen konnte. Abgeblasene Bereiche und mit Triebschnee beladene Bereiche wechseln auf engem Raum. Der Triebschnee konnte sich insbesondere in den östlichen Nordalpen noch nicht vollständig setzen und ist auch am Freitag noch teilweise störanfällig. Dort, wo eine Altschneedecke vorhanden war (je nach Exposition etwa ab der Waldgrenze oder höher), beinhaltet diese meist störanfällige Schwachschichten, die aber unter einer festen Schmelzharschkruste liegen.

WETTER:
Ein ausgedehntes Hochdruckgebiet über Westeuropa gewinnt mehr und mehr an Einfluss und sorgt auch am Freitag für sonniges Bergwetter und steigende Temperaturen. Zu Mittag wird es in 2000 m etwa -2 Grad haben, am Abend werden die Temperaturen in dieser Höhe schon positiv sein. Der Wind weht nach wie vor aus Nord, lässt aber deutlich an Stärke nach. Insbesondere im Westen der Steiermark ist nur noch schwacher Wind zu erwarten.

TENDENZ:
Am Wochenende hält der Hochdruckeinfluss an und wird für wolkenloses Wetter und milde Temperaturen sorgen. Die Schneedecke kann sich setzen, die Lawinengefahr geht weiter zurück.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Andreas Gobiet

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice für die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at

Livebericht vom Einsatzort

Lawinenlagebericht für die Steiermark vom 2016-12-28, 18:07 Uhr
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-3 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-3 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-3 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Süd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen:
Randgebirge West:
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee, Ganztägig

SCHLAGZEILE:
Triebschneesituation in den Hochlagen ? erhebliche Lawingefahr!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den Hochlagen der gesamten Nordalpen gilt erhebliche Lawinengefahr, darunter wird diese mit gering bewertet. In den Niederen Tauern herrscht oberhalb der Waldgrenze mäßige, im östlichen Randgebirge geringe Lawinengefahr. Das Hauptproblem liegt in frisch gebildetem Triebschnee, der sich aufgrund des stürmischen Windes speziell in exponierten Lagen sämtlicher Expositionen ablagerte. Der Umfang der Gefahrenstellen nimmt über der Waldgrenze deutlich zu. Triebschneeablagerungen, die sich speziell in Geländeformen wie Rinnen und Mulden sowie hinter Geländekanten befinden, können bereits bei geringer Zusatzbelastung gestört und als Schneebrettlawine ausgelöst werden. Im Allgemeinen sind diese Bereich aber recht gut erkennbar. Mit der Sonneinstrahlung können sich im Sinne der Setzung aus steilem Gelände Lawinen spontan lösen. Abgeblasene Hänge sind hart und mitunter vereist, hier gilt erhöhte Absturzgefahr.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Seit Beginn des Schneefallereignisses (Dienstag Nachmittag) hat es in den Nordstaugebieten der Steiermark unter starkem Windeinfluss bis zu 60cm Neuschnee gegeben, wobei die Hotspots im Bereich des Toten Gebirges, der Eisenerzer Alpen und der Hochschwabgruppe lagen. Weiter südlich fielen die Mengen deutlich geringer aus. Durch den stürmischen Wind wechseln abgeblasene und mit Triebschnee beladene Bereiche auf engstem Raum. In sämtlichen Regionen fiel der Niederschlag zu Beginn als Graupel. Dieser lagerte sich in höheren Lagen auf einer verharschten Altschneedecke ab und wurde in Folge von Triebschnee unterschiedlicher Härte überdeckt. Die Verbindung dieser Schichten untereinander ist meist ungünstig. In tieferen Lagen fiel der Schnee (deutlich geringere Mengen)meist feucht auf apere Böden.

WETTER:
Am Mittwoch Abend klingt der Schneefall allmählich ab, nur in den Stauregionen der Nordalpen kann es noch bis in die zweite Nachthälfte bei abnehmender Intensität weiter schneien. Der Donnerstag steht verbreitet im Einfluss eines ausgeprägten Hochdruckgebiets über Westeuropa, nur in den westlichen Nordalpen können sich noch letzte Wolkenreste verbunden mit wenigen Schneeflocken halten. Bereits am Vormittag ist aber in der gesamten steirischen Bergwelt die Sonne vorherrschend. Der stürmische Nordwind ist in der Früh speziell in höheren, exponierten Lagen noch stark, lässt aber verbreitet am Vormittag, im Osten bis zum Nachmittag, spürbar nach. Die Temperaturen liegen in 2000m im Norden um -8 Grad, in 1500m um -5 Grad, im Süden ist es eine Spur milder.

TENDENZ:
Das Jahr geht mit Hochdruckwetter zu Ende, am Freitag steigen die Temperaturen in allen Höhen an, womit sich die Frostgrenze um 2000m einpendeln wird. Durch die strahlungsreichen, milden Wetterbedingungen schreitet die Setzung der Schneedecke voran, vorhandene Schwachschichten werden weiter abgebaut. Vereinzelt sind in schneereicheren Gebieten setzungsbedingt kleine spontane Auslösungen möglich. Tiefere, schneearme Gegenden apern zunehmend wieder aus.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice für die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at

Livebericht vom Einsatzort

Lawinenlagebericht für die Steiermark vom 2016-12-27, 18:20 Uhr
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 2-3 1500
Niedere Tauern Nord: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern Süd: 2
Gurktaler u. Seetaler Alpen:
Randgebirge West:
Randgebirge Ost: 1-2 Tagesgang

Problem1: Triebschnee, Ganztägig
Problem2: Neuschnee, Region R1

SCHLAGZEILE:
Stürmischer Wind und ergiebiger Neuschnee führen zu einer Triebschneesituation und erheblicher Lawinengefahr!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den Hochlagen der gesamten Nordalpen sowie der nördlichen Niederen Tauern gilt erhebliche Lawinengefahr. Darunter, sowie in den südlichen Niederen Tauern und dem östlichen Randgebirge herrscht großteils mäßige Lawinengefahr. Das Hauptproblem liegt in frisch gebildetem Triebschnee, der sich aufgrund des stürmischen Windes kammnah und kammfern in sämtlichen Expositionen ablagert. Der Umfang der Gefahrenstellen (speziell in Rinnen, Mulden und hinter Geländekanten) nimmt bei anhaltendem Schneefall sowohl mit der Höhe als auch im Tagesverlauf zu. Triebschneeablagerungen können bereits bei geringer Zusatzbelastung gestört und als Schneebrettlawine ausgelöst werden. Weiters kann sich in den Hochlagen aus steilem Gelände im Tagesverlauf der gefallene Neuschnee spontan lösen. In schneereichen Gebieten, in denen der Schnee auf apere Böden fällt, kann dieser speziell auf steilen Wiesenhängen sowie auf belaubten Böden abrutschen! Die Gefahrenbeurteilung wird meist durch schlechte Sicht beeinträchtigt.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Der Schnee, der zunehmend ab Dienstag Abend fällt, lagert sich in höheren Lagen auf einer harten, durch Regen (26.12.) und Wind verharschten Altschneedecke ab. Die Verbindung zwischen diesen Schichten ist äußerst ungünstig. Durch den wechselnd starken Wind bilden sich zudem innerhalb der Triebschneeauflage zunehmend Schwachschichten in Form von unterschiedlich harten Schneeschichten, die sich störanfällig gestalten. Dort, wo der Schnee auf aperen Untergrund fällt, kann der meist warme Boden als Gleithorizont fungieren und ein Abrutschen der Schneedecke verursachen.

WETTER:
Der Ostalpenraum befindet sich in einer straffen nördlichen bis nordwestlichen Höhenströmung. Diese sorgt für stürmische Verhältnisse und Schneefälle in den Staulagen, die bereits am Dienstag Abend in den nördlichen Regionen einsetzten und sich in der Nacht auf Mittwoch intensivieren. Aufgrund der starken Höhenströmung können die Schauer abgeschwächt bis in die südlichen Regionen übergreifen. Die größten Niederschlagsmengen werden in den östlichen Nordalpen, speziell im Hochschwabgebiet sowie etwas abgeschwächt in den westlichen und mittleren Nordalpen erwartet. Bis Mittwochnachmittag können hier um 50cm, lokal in Hochlagen auch mehr Schnee fallen! Die Schneefallgrenze liegt dabei meist in Tallagen, in 1500m liegen die Temperaturen um -6 Grad, in 2000m um -8 Grad. Der Nordwind wirkt speziell auf den Bergen stürmisch, stellenweise orkanartig.

TENDENZ:
In der Nacht auf Donnerstag bzw. am Donnerstag in der Früh klingen die letzten Schneefälle im Norden ab. Im Süden ist es den ganzen Tag über freundlich, auch im Norden zeigt sich am Nachmittag vereinzelt die Sonne. Der stürmische Wind lässt nach und es wird etwas milder. Hinsichtlich der Lawinengefahr ist am Donnerstag mit der Sonneneinstrahlung in schneereichen Gebieten vermehrt mit Selbstauslösungen aus steilem Gelände zu rechnen, die Störanfälligkeit der vorhandenen Triebschneebereiche bleibt vorerst erhalten und entspannt sich erst in weiterer Folge.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice für die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at