Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht für die Steiermark für Montag, den 09.03.2020
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Süd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee, Höhere Lagen

SCHLAGZEILE:
In den Hochlagen Triebschneeproblem, auch in tieferen Lagen teils ungünstiger Schneedeckenaufbau.

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Mit dem auflebenden Nordwestwind nach Ende des letzten Niederschlagsereignisses hat sich in den Hochlagen frischer Triebschnee gebildet. Die bevorzugten Einwehungsgebiete liegen im nord- über ost- bis südausgerichteten Gelände. Die kritischen Bereiche betreffen insbesondere das kammnahe Steilgelände und hier die Einfahrtsbereiche von eingewehten Rinnen sowie den Triebschnee hinter Geländekanten. Kleine bis mittlere, vereinzelt auch große Schneebretter können dort bereits bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden. Aber auch in mittleren Höhenlagen (Waldgrenzbereich) kann an sehr steilen Hängen aller Expositionen die oberste Schneeschicht bei Belastung abrutschen.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Vergangenen Freitag wurden in den Nordalpen und Tauern bis zu 35cm Neuschnee registriert, auch am Samstag sind in diesen Gebirgsregionen noch ein paar Zentimeter dazugekommen. Der Hauptniederschlag fiel bei eher windschwachen Verhältnissen, aber bei unterschiedlichen Temperaturen, was sich im Schneeaufbau widerspiegelt: Auf der verharschten Altschneedecke liegt eine dünne Pulverschneeauflage, gefolgt von einer feuchten, härteren Schneeeinlagerung und einer weichen und pappigen Schicht als Abschluss. In den Hochlagen ist die oberste Schneeschicht nach wie vor verfrachtungsfähig, der Nordwestwind wird hier weiterhin für die Bildung von Triebschnee sorgen. An den Übergängen der unterschiedlich temperierten Schneeeinlagerungen haben sich Schwachschichten gebildet, auch eingeschneiter Reif tritt auf. Diese Schichtabfolge und einige Schneebrettauslösungen deuten auf einen recht ungünstigen Schneedeckenaufbau hin.

WETTER:
Am Montag ziehen von Nordwesten wieder dichte Wolken durch, die höheren Gipfel der Nordalpen und Niederen Tauern stecken im Nebel und es schneit zeitweise. Die Schneefallgrenze liegt bei 1.000m. Auch in den südlichen Gebirgsgruppen zeigt sich kaum die Sonne und einzelne Schneeschauer können hier bis ins steirische Randgebirge übergreifen. Bei mäßig starkem Wind aus Nordwest bis West liegen die Temperaturen in 2.000m bei -4 Grad und in 1.500m bei -1 Grad.

TENDENZ:
Am Dienstag lockert es vorübergehend auf, ehe mit einer Warmfront ab Mittag wieder dichtere Wolken aufziehen. In der westlichen und nördlichen Obersteiermark kann es allmählich zeitweise leicht schneien, unterhalb von rund 1.200m regnen. In der Nacht zum Mittwoch deutlicher Temperaturanstieg.
An der Lawinengefahr ändert sich wenig.

Der nächste Lagebericht wird Montag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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