Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht für die Steiermark für Mittwoch, den 16.01.2019
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 4
Nordalpen Mitte: 4
Nordalpen Ost: 4
Niedere Tauern Nord: 4
Niedere Tauern Süd: 3
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 3
Randgebirge West: 2-3 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 2-3 Waldgrenze

Problem1: Nassschnee, Nachmittags
Problem2: Triebschnee, Ganztägig

SCHLAGZEILE:
Nass-, Trieb- und Gleitschneeproblematik – noch große Lawinengefahr im Nordstaugebiet!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Die Lawinengefahr wird im Nordstaugebiet (R1) mit groß beurteilt, ansonsten herrscht überwiegend erhebliche Lawinengefahr. Mit der Einstrahlung und Erwärmung im Tagesverlauf kann es vermehrt aus steilen, südseitigen Hängen zu spontanen Schneebrett- und Nassschneelawinen kommen, die große, vereinzelt auch sehr große Ausmaße annehmen können. Im Tourenbereich kann der störanfällige Triebschnee besonders in Bereichen von Geländeübergängen über der Waldgrenze angesprochen werden und schon durch geringe Zusatzbelastung als Schneebrett ausgelöst werden. Zudem ist weiterhin mit spontanen Gleitschneelawinen zu rechnen, geöffnete Fischmäuler sollten als Gefahrenzeichen interpretiert werden!

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Der frische Triebschnee der letzten Tage hat sich als störanfällige Verfrachtungen in Rinnen und Hohlformen der Hochlagen abgelagert, aber speziell auch die waldnahen Bereiche sind mit großer Schneemächtigkeit gefüllt. In mittleren Lagen, in denen sich am Montag ein Harschdeckel unterschiedlicher Härte ausgebildet hat, ist die Verbindung zwischen genanntem Harschdeckel und frischem Triebschnee unzureichend. In tiefen Lagen hat der Regeneintrag die Schneedecke vollständig durchfeuchtet und der nasse Boden fungiert als Gleitschicht. Die Einstrahlung und Erwärmung am Mittwoch führt zu einer Setzung der Schneedecke, kann aber anfangs einen Impuls für vermehrte Selbstauslösungen geben.

WETTER:
Am Mittwoch setzt sich mit kurzzeitigem Hochdruckeinfluss sonniges, trockenes Alpinwetter durch. Die Temperaturen steigen mit der Drehung der Strömung auf West sprunghaft an: In der Früh liegen die Temperaturen in 2000m noch um -4 Grad, am Abend bei +2 Grad, +5 Grad in 1500m Seehöhe. Der Wind dreht auf westliche Richtung und weht nur mehr lebhaft, allerdings können in den Vormittagsstunden noch kräftige Böen dabei sein.

TENDENZ:
Der Donnerstag bleibt trocken und freundlich. Die Temperaturen sinken wieder langsam, der Gefrierpunkt liegt zu Mittag um 1500m. Der Wind weht schwach aus Süd bis West. Die Setzung der Schneedecke führt zur Stabilisierung und somit zu einer raschen Entspannung der Lawinengefahr.

Der nächste Lagebericht wird Mittwoch bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Lisa Jöbstl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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