Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht für die Steiermark für Dienstag, den 22.01.2019
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Süd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 1-2 Waldgrenze

Problem1: Triebschnee, Ganztägig
Problem2: Gleitschnee, Ganztägig

SCHLAGZEILE:
Vor allem schattseitig noch störanfälliger Triebschnee. Weiterhin Gleitschneeaktivität beachten!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Die Schneedecke hat sich weiter stabilisiert, die Lawinengefahr ist unterhalb der Waldgrenze gering, sonst meist mäßig. Derzeit gilt es ? je nach Region, Exposition und Höhenlage 3 Gefahrenmuster zu beachten:
1. In den schneereichen Gebirgsgruppen der Nordalpen und Tauern: älterer, noch störanfälliger Triebschnee, der vorwiegend im schattseitigen, kammnahen Gelände liegt. Die Gefahrenstellen sind meist kleinräumig verteilt, Gefahrenzeichen sind Wummgeräusche und Rissbildungen der Schneedecke.
2. In den deutlich scheeärmeren, südlichen Gebirgsregionen (Tauernsüdseite, Gurk- und Seetaler Alpen, Randgebirge): Altschneeprobleme ebenfalls vor allem in schattseitigen Hochlagen, für die es keine äußeren Anzeichen gibt.
In beiden Fällen ist die Auslösung einer Schneebrettlawine bei großer, eventuell auch schon bei geringer Zusatzbelastung eines Tourengehers möglich. Insbesondere an den Übergängen von wenig zu viel Schnee kann eine vorhandene Schwachschicht besonders leicht gestört werden!
3. Gleitschneelawinen vornehmlich in Südexpostionen, die in allen Höhenlagen aus steilen Hangbereichen jederzeit spontan abgehen können. Gefahrenzeichen sind geöffnete Schneemäuler.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Kamm- und Gipfelbereiche sowie Plateaus wurden abgeblasen oder sind mit teils bizarren Windharschformen überdeckt. Sonnseitig hat sich die Schneedecke meist schon gesetzt, an einigen schattseitigen Steilhängen ist die windbeeinflusste Schneedecke jedoch noch recht störanfällig, allerdings fehlen großflächige Schwachschichten. In den südlichen Gebirgsgruppen schwächen zudem auch tieferliegende, kantige Formen die Schneedecke und stellen eine schlechte Unterlage für die gebundene Schneetafel darüber dar. Trotz der Abkühlung existiert in allen Höhenlagen ein bodennaher Schmierfilm, der für anhaltende Gleitschneeaktivität sorgt. In tieferen, windgeschützten Lagen überwiegt lockerer Pulverschnee.

WETTER:
Am Dienstag scheint auf den Bergen verbreitet die Sonne, oft zeigt sich der Himmel durch die kalte, trockene Luftmasse auch wolkenlos mit ausgezeichneter Fernsicht. Nur in den Tälern kann es zunächst noch teils zähen Nebel geben. Der Wind weht weiterhin nur schwach aus vorwiegend südlicher Richtung. Es bleibt kalt mit Temperaturen von -12 Grad in 2.000m Seehöhe und -7 Grad in 1.500m.

TENDENZ:
Störungseinfluss aus Süden am Mittwoch bringt etwas Schneefall bis zum Randgebirge und zur Tauernsüdseite. Nur im Norden lockern die Wolken tagsüber etwas auf. Die Schneebrettgefahr bleibt zumindest noch schattseitig ein Thema, auch die Gefahr von Gleitschneelawinen ist unverändert.

Der nächste Lagebericht wird Dienstag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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