Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht für die Steiermark für Mittwoch, den 23.01.2019
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Süd: 2
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 1-2 Waldgrenze

Problem1: Triebschnee, Ganztägig
Problem2: Gleitschnee, Ganztägig

SCHLAGZEILE:
Vor allem schattseitig noch störanfälliger Triebschnee. Weiterhin Gleitschneeaktivität beachten!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Die Schneedecke hat sich weiter stabilisiert, die Lawinengefahr ist unterhalb der Waldgrenze gering, sonst meist mäßig. Derzeit gilt es – je nach Region, Exposition und Höhenlage 3 Gefahrenmuster zu beachten:
1. Gleitschneelawinen können jederzeit spontan in allen Höhenlagen aus steilen Hangbereichen abgehen. Gefahrenzeichen sind geöffnete Schneemäuler. Es können auch exponierte Straßen und Hofzufahrten betroffen sein!
2. In den schneereichen Gebirgsgruppen der Nordalpen und Tauern liegt älterer, noch störanfälliger Triebschnee, vorwiegend im schattseitigen, kammnahen Gelände. An der Tauernsüdseite kann er hingegen auch noch bis in Waldgebiete herunter reichen. Die Gefahrenstellen sind meist kleinräumig verteilt, Gefahrenzeichen sind bspw. Rissbildungen der Schneedecke.
3. In den deutlich schneeärmeren, südlichen Gebirgsregionen (Tauernsüdseite, Gurk- und Seetaler Alpen, Randgebirge) existieren vor allem in schattseitigen Hochlagen zusätzlich Altschneeprobleme, für die es keine äußeren Anzeichen gibt.
In beiden Fällen ist die Auslösung einer Schneebrettlawine bei großer, eventuell auch schon bei geringer Zusatzbelastung eines Tourengehers möglich. Insbesondere an den Übergängen von wenig zu viel Schnee kann eine vorhandene Schwachschicht besonders leicht gestört werden!

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Kamm- und Gipfelbereiche sowie Plateaus sind oft abgeblasen oder mit teils bizarren Windharschformen überdeckt. Sonnseitig hat sich die Schneedecke meist schon gesetzt, an einigen schattseitigen Steilhängen ist die windbeeinflusste Schneedecke jedoch noch recht störanfällig, allerdings fehlen großflächige Schwachschichten. In den südlichen Gebirgsgruppen schwächen zudem auch tieferliegende, kantige Formen die Schneedecke und stellen eine schlechte Unterlage für die gebundene Schneetafel darüber dar. Trotz der Abkühlung existiert in allen Höhenlagen ein bodennaher Schmierfilm, der nach wie vor für anhaltende Gleitschneeaktivität sorgt. In tieferen, windgeschützten Lagen überwiegt lockerer Pulverschnee.

WETTER:
Am Mittwoch stecken die höheren Gipfel meist im Nebel und es kann leicht schneien, am meisten an der Tauernsüdseite und entlang des Randgebirges. In den westlichsten Gebirgsgruppen der Obersteiermark bleibt es meist niederschlagsfrei und dort können die Wolken tagsüber auch ein wenig auflockern. Der Wind aus Ost bis Süd kann vor allem am Alpenostrand stärker werden. Die Temperaturen liegen auf 2.000m Seehöhe bei -10 Grad und in 1.500m bei -7 Grad.

TENDENZ:
Auch am Donnerstag überwiegt tiefbasige Bewölkung im Ostalpenraum. Tagsüber lockert es nur in der westlichen Obersteiermark auf, am Alpenostrand kann es hingegen unergiebig schneien und dort kommt bis zum Nachmittag auch recht lebhafter Nordwind auf. Es bleibt unverändert kalt.

Der nächste Lagebericht wird Mittwoch bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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