Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht für die Steiermark für Samstag, den 23.02.2019
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern Süd: 2-3 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 2
Randgebirge West: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 2

Problem1: Triebschnee, Höhere Lagen
Problem2: Gleitschnee, Ganztägig

SCHLAGZEILE:
Sehr sonnige Verhältnisse, es gilt den frischen Triebschnee wie auch Gleitschneelawinen zu beachten!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den höheren Lagen der Nordalpen und in jenen der Niederen Tauern herrscht erhebliche Lawinengefahr, ansonsten wird sie überwiegend mit mäßig bewertet. Es gilt den frischen Triebschnee zu beachten, Gefahrenstellen finden sich in eingewehten Rinnen und Mulden sowie hinter Geländeübergängen. Eine Schneebrettauslösung ist durch die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Tourengehers möglich, die Triebschneepakete sollten aufgrund der klaren Sichtverhältnisse jedoch gut zu erkennen sein. Im Hinblick auf die spontane Lawinenaktivität kann sich die frische Auflage aus dem besonnten Steilgelände – in Form von Lockerschnee- oder Schneebrettlawinen – von selbst lösen. Unverändert bleibt die Gleitschneeproblematik ein Thema, das steile Wiesenhänge wie auch den steilen Waldbereich betrifft. Offene Schneemäuler sind als Gefahrenzeichen zu werten.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Mit Schwerpunkt in den Nordstaulagen sind am heutigen Freitag bereits 30 bis 40 cm Neuschnee gefallen, ein paar Zentimeter können noch hinzukommen, ehe letzte Niederschläge in den Nachtstunden abklingen werden. Der zum Teil stürmische und auch böige Wind aus nördlichen Richtungen hat für frische Verfrachtungen gesorgt, die mit der Unterlage nicht immer gut binden. Sie lagerten sich zum Teil auf härteren Oberflächen der Sonnseiten und auf stellenweise noch lockerer Unterlage in abgeschatteten Hängen ab. Als problematisch gilt dieser Übergang zur Altschneedecke wie auch weiche Einlagerungen innerhalb der frischen Auflage in Form von lockerem Neuschnee. In tieferen Lagen fiel Regen, der die Schneedecke durchfeuchtete, mit nächtlicher Ausstrahlung bildet sich hier ein Harschdeckel. In schneeärmeren Bereichen schwächt ein kantiges Fundament die Altschneedecke. Durch den bodennahen Schmierfilm kommt es zu einer erhöhten Gleitschneeaktivität.

WETTER:
Das Wetter bessert sich, letzte Restniederschläge klingen noch in der Nacht ab. Der Samstag verläuft bei vielfach strahlendem Sonnenschein sehr freundlich. Es weht mäßiger bis starker Wind aus nordöstlichen Richtungen. Die Mittagstemperaturen liegen in den westlichen Gebirgsgruppen in 1500m bei etwa -4 Grad, in 2000m um -6 Grad, im Osten sind die Luftmassen kälter und somit ist mit etwas niedrigeren Temperaturen zu rechnen.

TENDENZ:
Am Sonntag steigen die Temperaturen bei sonnigen Verhältnissen weiter an. Der Triebschnee kann sich etwas setzen, Gleitschneelawinen und sonnseitige Entladungen sind weiterhin möglich.

Der nächste Lagebericht wird Samstag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Andreas Riegler

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice für die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at