Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht für die Steiermark für Donnerstag, den 28.02.2019
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2
Nordalpen Mitte: 2
Nordalpen Ost: 2
Niedere Tauern Nord: 2
Niedere Tauern Süd: 1-2 1500m
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 1800m
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 1-2 Tagesgang

Problem1: Gleitschnee,
Problem2: Nassschnee, Tiefere Lagen

SCHLAGZEILE:
Mäßige Lawinengefahr wegen Gleitschnee! Im Tagesverlauf zunehmend auch nasse Lockerschneelawinen.

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den schneereichen Gebirgsgruppen der Nordalpen und der Niederen Tauern sorgen Gleitschneelawinen für mäßige Lawinengefahr. Betroffen sind mittlerweile sonnseitige Hänge mit glattem Untergrund in allen Höhenlagen. Die Lawinen können durchaus auch große Ausmaße annehmen. Offene Schneemäuler sind Hinweise auf mögliche spontane Abgänge und die Auslaufbereiche darunter sollten soweit wie möglich gemieden werden. In mittleren und tiefen Lagen wird die gesamte Schneedecke zunehmend durchfeuchtet, was sonnseitig zu spontanen Nassschneelawinen aus steilen Böschungen und felsdurchsetztem Gelände führt. In den Hochlagen aller Gebirgsgruppen können zusätzlich vereinzelt alte Triebschneepakete auf Schwachschichten im Altschnee als Schneebrettlawinen ausgelöst werden. Diesbezügliche Gefahrenstellen befinden sich insbesondere in den Einfahrten zu eingewehten, extrem steilen, schattigen Rinnen.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Das Schneefundament ist in den schneereichen Gebieten stabil, wird aber von den mittleren Lagen abwärts zunehmend durchfeuchtet. Sonnseitig wird die Schneedecke oberflächlich bis in hohe Lagen feucht und verliert an Festigkeit. Zusätzlich ist hier auch die unterste Schicht feucht, was das Schneegleiten auf glattem Untergrund fördert. In schneearmen Bereichen der Hochlagen schwächt schattseitig Schwimmschnee die Schneedeckenbasis.

WETTER:
Die Nacht auf Donnerstag und der gesamte darauffolgende Tag werden sonnig und es wird sehr mild. Die Tageshöchsttemperaturen in 2000m können auf bis zu +6 Grad klettern. Allerdings kommt bereits am Vormittag in den östlichen Gebirgsgruppen erst lebhafter, später auch stürmischer Nordwestwind auf, der den Schnee ein wenig kühlen wird.

TENDENZ:
Am Freitag erreicht uns eine Störung, die Berge der Alpennordseite stecken den ganzen Tag in Nebel und es schneit immer wieder bei lebhaftem Nordwestwind. Die Schneefallgrenze liegt anfangs um 1300m und sinkt im Laufe des Tages auf etwa 1000m. Südlich der Alpen ziehen nur vorübergehend kurze Schauer durch, hier zeigt sich auch die Sonne. Die Gefahr von Nassschneelawinen geht zurück, aber in den Hochlagen steigt die Gefahr von Schneebrettlawinen.

Der nächste Lagebericht wird Donnerstag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Andreas Gobiet

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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