Livebericht vom Einsatzort

Lawinenlagebericht für die Steiermark vom 2017-01-05, 16:55 Uhr
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 3
Nordalpen Mitte: 3
Nordalpen Ost: 3
Niedere Tauern Nord: 3
Niedere Tauern Süd: 2
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 2

Problem1: Triebschnee,
Problem2: Altschnee,

SCHLAGZEILE:
Tiefwinterliche Verhältnisse in den Nordstaugebieten: zum Teil hohe Störanfälligkeit der Schneedecke durch verschiedene Schwachschichten!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den gesamten Nordalpen und den nördlichen Niederen Tauern herrscht erhebliche Lawinengefahr, an der Tauernsüdseite und im östlichen Randgebirge ist die Lawinengefahr mäßig, in den Gurk- und Seetaler Alpen sowie im westlichen Randgebirge gering. Der Sturm hat Gipfel und Grate abgeblasen, die Einwehungen reichen dafür weit herunter. Die bisher vorwiegend schattseitig aufgetretenen Schwachschichten (kantige Formen und Oberflächenreif) wurden vom Neu- und Triebschnee zugedeckt. Es bildeten sich im Neuschnee weitere Schwachschichten in Form weicherer Schneeeinlagen und Graupel, die in allen Hangrichtungen auftreten und bis in die Waldbereiche herunter vom Triebschnee überdeckt werden können. Mit einer Lawinenauslösung der gebundenen Schneetafel ist bereits bei geringer Zusatzbelastung durch einzelne Schifahrer zu rechnen. Außerdem sind vor allem dort, wo das schwache Schwimmschneefundament einen besonders schlechten Aufbau aufweist, auch Selbstauslösungen von kleinen bis mittelgroßen Lawinen möglich.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Derzeit gehen die Gefahrenstellen im Tourenbereich von mehreren Schwachschichten aus: Mit der aktuellen Schneefallperiode bilden sich momentan ? je nach Windeinfluss ? im gebundenen Schnee potenzielle Bruchflächen in Form weicherer Schneeeinlagen und Graupel aus. Der Neuschnee überdeckt außerdem ältere Schwachschichten, die sich einerseits schon im Laufe des Winters in schattseitigen Lagen über ca. 1.800m ausgebildet haben (Schwimmschnee unter einer geringmächtigen, verharschten Altschneedecke), andererseits aber erst vor kurzem im schattseitigen Gelände aller Höhenlagen entstanden sind (Oberflächenreif im Zuge der nächtlichen Ausstrahlung während des letzten Hochdruckgebietes).

WETTER:
Mit einer nördlichen Höhenströmung gelangt trockenere und extrem kalte Arktikluft zu uns. In den Nordalpen und Niederen Tauern schneit es am Freitag bei tiefwinterlichen Temperaturen noch unergiebig. Die Gipfel bleiben meist in Nebel, nur vorübergehend können die Wolken kurz auflockern. Im leebegünstigten Süden der Steiermark scheint abgesehen von kurzen Schneeschauern am Vormittag meist die Sonne. Es ist bitter kalt, dazu weht lebhafter bis stürmischer Nordwind mit Böen bis 100 km/h. Die Wind-Chill-Temperaturen liegen auf den Bergen um -30 Grad, auf exponierten Kämmen auch darunter!

TENDENZ:
Der Samstag beginnt gering bewölkt. Bis Mittag ziehen von Norden aber neue Wolken einer Warmfront auf, die Gipfel geraten im Laufe des Nachmittages in Nebel. Nachts dann von Norden erneut Schneefall. Bei nur geringer Frostabschwächung weht wieder starker Nordwestwind.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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