Livebericht vom Einsatzort

Lawinenlagebericht für die Steiermark vom 2017-01-01, 16:41 Uhr
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 2000
Nordalpen Mitte: 1-2 2000
Nordalpen Ost: 1-2 2000
Niedere Tauern Nord: 1-2 2000
Niedere Tauern Süd: 1
Gurktaler u. Seetaler Alpen:
Randgebirge West:
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Altschnee,

SCHLAGZEILE:
Schwachschichten im Altschnee sorgen für mäßige Lawinengefahr in steilen schattigen Hängen!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den gesamten Nordalpen und den nördlichen Niederen Tauern herrscht in den Hochlagen mäßige Lawinengefahr. In den übrigen Regionen herrscht entweder geringe Lawinengefahr, oder es wird aufgrund von Schneemangel noch keine Gefahrenstufe ausgegeben. Die Gefahrenstellen finden sich insbesondere in extrem steilen nördlich exponierten Geländeformen wie Rinnen und Mulden, wo Schwimmschnee und kantige Kristalle das Schneedeckenfundament schwächen. Diese Schwachschichten im Altschnee sind äußerlich auch von erfahrenen Tourengehern nicht zu erkennen! In höheren Lagen und insbesondere an den Übergängen von wenig zu viel Schnee (z.B. Einfahrtsbereiche von Rinnen) können Schneebrettlawinen durchaus schon durch die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Tourengehers ausgelöst werden.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Nach wie vor ist der Großteil des Steirischen Berglandes durch den Wechsel zwischen abgeblasenen, teils vereiste Bereichen und mächtigen Schneeansammlungen in Hohlformen geprägt. In den schattseitigen hohen Lagen beginnt sich der Schnee an der Oberfläche bereits aufbauend umzuwandeln, d.h. es entsteht sehr lockerer, weicher Schnee, der in Zukunft, wenn eingeschneit, als Schwachschicht in Frage kommt. Bis über 2000 m findet sich in der Schneedecke eine Harschkruste oder Eislamelle vom Regen letzten Sonntag. Darunter sind in nördlichen Expositionen weiche Schwachschichten aus kantigen Kristallen eingelagert. Je nach Festigkeit der Harschkruste und des darüber liegenden Schneepaketes kann diese Schwachschicht mehr oder weniger leicht gestört werden und zu Schneebrettlawinen führen.

WETTER:
Am Montag kündigen sinkende Temperaturen und zunehmender Westwind einen Wetterumschwung an. Der Vormittag verläuft noch durchwegs wolkenlos, am Nachmittag ziehen von Norden her die ersten Wolken einer Kaltfront auf und gegen Abend beginnt es zu schneien. Es werden allerdings vorerst noch keine größeren Neuschneemengen erwartet. Die Temperaturen sinken im Laufe des Tages rasch ab und erreichen bis zum Abend -9 Grad in 2000 m. Der Westwind nimmt gleichzeitig zu und wird insbesondere in den Nordalpen ab Mittag stürmisch.

TENDENZ:
Am Dienstag lassen die Niederschläge nach und das Wetter wird teilweise sonnig. Der stürmische Wind aus Nordwest und die kalten Temperaturen bleiben uns allerdings erhalten. Je nach Neuschneemenge am Vortag nimmt die Lawinengefahr leicht zu.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Andreas Gobiet

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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