25.08.2020 / Einsatz Scheichenspitz

Am 25.08.2020 stürzte ein 51jähriger Alpinist zwischen Scheichenspitz und Hohe Rams ab und zog sich dabei Verletzungen unbestimmten Grades zu. In Zusammenarbeit mit dem Notarzthubschraubers des Öamtc sowie einem Hubschrauber des österreichischen Bundesheeres, konnte der Mann mittels Windenbergung geborgen werden. 

Der Alpinist war am „Ramsauer Klettersteig“ unterwegs und das Unglück ereignete sich zwischen Scheichenspitz und Hohe Rams. Aus bisher ungeklärten Gründen, stürzte er im steilen Gelände Richtung Eiskar ab und zog sich dabei Verletzungen zu. Nachdem zuvor eine Ortung des Verunglückten aussichtslos schien, wurde auch ein Hubschrauber des österreichischen Bundesheeres angefordert um in weiterer Folge unsere Mannschaften per Hubschrauber in die Nähe der vermuteten Unglücksstelle zu bringen und die Suche dort zufuß fortzusetzen. Als sich der NAH des Öamtc auf den Rückweg Richtung Tal machte und die Dämmerung bereits einsetzte, konnte man die Lichtsignale vom Verunglückten ausfindig machen. Der Einsatzleiter unserer Ortsstelle wurde am Grat abgesetzt und konnte bis zum Verunglückten klettern wo er mit der Erstversorgung des Verletzten begann. Der Hubschrauber des Bundesheeres befand sich bereits im Anflug und übernahm die Bergung mittels Winde. Nach zwei Stunden konnte der Alpinist an den Rettungswagen übergeben werden und wurde in das Krankenhaus Schladming gebracht. An der Rettungsaktion waren 17 Bergrettungsmänner unseres Teams, sowie die Crew des NAH Öamtc und des Bundesheerhubschraubers beteiligt. Ein großer Dank gilt den Hubschrauberorganisationen für die perfekte Zusammenarbeit.

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Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht für die Steiermark für , den 20.04.2020
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Tagesgang
Nordalpen Mitte: 1-2 Tagesgang
Nordalpen Ost: 1-2 Tagesgang
Niedere Tauern Nord: 1-2 Tagesgang
Niedere Tauern Süd: 1-2 Tagesgang
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Tagesgang
Randgebirge West:
Randgebirge Ost:

Problem1: Nassschnee,
Problem2: Gleitschnee,

SCHLAGZEILE:
Letzter Lagebericht der Saison: Tagesgang der Lawinengefahr, Nass- und Gleitschneeproblematik stehen im Vordergrund!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Der Lawinenlagebericht bezieht sich derzeit wegen der COVID-19 Krise ausschließlich auf die Gefährdung von Infrastruktur und Siedlungsraum und nicht auf den Tourenbereich!

In der Steiermark stellt sich ein Tagesgang ein und in den meisten Gebirgsgruppen steigt die Lawinengefahr von gering auf mäßig an. Dies geschieht je nach Verfestigung in der Nacht mehr oder weniger rasch und zum Teil noch vor Mittag. Es gilt somit vorwiegend auf Nass- und auf Gleitschneelawinen zu achten, die sich spontan lösen können. Prinzipiell sind Entladungen in sämtlichen Expositionen möglich, am häufigsten sind sie jedoch – dem Sonnenverlauf entsprechend – in den Hängen von Ost über Süd bis West. Vereinzelt können Forststraßen oder Wanderwege von Abgängen betroffen sein, ansonsten besteht kaum eine Gefährdung für Infrastruktur und Siedlungsraum.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Die Tageserwärmung gepaart mit oftmals völlig ungetrübter und dementsprechend intensiver Sonneneinstrahlung baut den ausstrahlungsbedingten Festigkeitsgewinn der klaren Nächte rasch ab und destabilisiert die Schneedecke. Somit können sich aus dem Steilgelände Nassschneelawinen spontan lösen. Ein bodennaher Schmierfilm reduziert zudem die Reibung der Schneetafel und kann auf glattem Fels oder auf steilen Grashängen zu Gleitschneeabgängen führen. Während der prognostizierten Hochdruckphase schreitet die Ausaperung voran und die ohnedies unterdurchschnittliche Schneedecke dezimiert sich weiter.

WETTER:
Diese Woche steht im Zeichen eines Hochdruckeinflusses, somit dominieren über weite Strecken sonnige Verhältnisse, vereinzelte harmlose Wolken bilden die seltene Ausnahme. Die Temperaturen liegen in 1500m bei etwa 8 bis 10 Grad, in 2000m werden ca. 4 bis 5 Grad erwartet. Der Wind weht mäßig bis stark, im Gipfelniveau eventuell zeitweise auch stürmisch aus mehrheitlich östlichen bis südöstlichen Richtungen.

TENDENZ:
Durch den vergleichsweise ruhigen Wetterverlauf ändert sich die Lawinensituation nicht wesentlich. Auch weiterhin herrscht ein Tagesgang und es gilt vor allem auf Nass- und Gleitschneelawinen zu achten. Sollte sich die Lawinensituation nicht grundlegend ändern, ist dies der letzte Lagebericht der Saison.

Der Lawinenwarndienst Steiermark geht in die Sommerpause, das ist der letzte Bericht in dieser Saison.
Andreas Riegler

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice für die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at

Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht für die Steiermark für die Folgetage
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1
Nordalpen Mitte: 1
Nordalpen Ost: 1
Niedere Tauern Nord: 1
Niedere Tauern Süd: 1
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1
Randgebirge West:
Randgebirge Ost:

Problem1: Triebschnee,
Problem2: Gleitschnee,

SCHLAGZEILE:
Dienstag etwas Neuschnee, ab Donnerstag wieder frühlingshafte Bedingungen.

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Der Lawinenlagebericht bezieht sich derzeit wegen der COVID-19 Krise ausschließlich auf die Gefährdung von Infrastruktur und Siedlungsraum und nicht auf den Tourenbereich!

Die Lawinengefahr wird für die Steiermark mit gering beurteilt, da nur mit spontanen Lawinen maximal der Größe 2 (mittel) gerechnet wird. Der frische Neu- bzw. Triebschnee von Dienstag kann sich aus steilen Hängen spontan lösen und als Lockerschneelawine abgehen. Mit der Erwärmung ab Donnerstag bis in die nächste Woche muss vermehrt mit Nassschnee- und Gleitschneelawinen gerechnet werden, die sich besonders aus steilem Fels- und Wiesengelände spontan lösen können. Vereinzelt können exponierte Forstwege betroffen sein, abgesehen davon besteht kaum Gefahr für Infrastruktur und Siedlungsraum.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Auf die großteils gut verfestigte Schneedecke fallen bis Dienstagabend bis zu 15 cm Neuschnee, welche vom kräftigen Nordwestwind speziell in die südostseitigen Hänge und Mulden verfrachtet werden. Die Verbindung zum Altschnee ist oft unzureichend. Zudem hat sich besonders südseitig ein bodennaher Schmierfilm gebildet, der als Gleitschicht zwischen Schneedecke und Boden dienen kann. Nach dem Kaltfrontdurchgang wird es mit der Einstrahlung und den frühlingshaften Temperaturen weiter ausapern.

WETTER:
Am Nachmittag des Ostermontags ist es in der Steiermark bereits durchwegs bewölkt und mit einer hereinziehenden Kaltfront kommt es in den Niederen Tauern und vom Dachstein bis zum Hochschwab bereits zu Regenschauern. In der Nacht auf Dienstag greifen die Schauer auch auf das südliche Hügelland über und die Temperaturen sinken deutlich ab, sodass es bis in manche Täler schneien kann. Zudem legt der Wind aus Nordwest kräftig zu, sodass stürmische Böen auf den Bergen vorkommen. Dienstagfrüh hat es in 2000m bis zu -10 Grad. Der Niederschlag klingt überall bis Dienstagabend ab, insgesamt werden 5 – 15 cm Neuschnee erwartet.

TENDENZ:
Der Mittwoch wird ein freundlicher, trockener Tag und die Temperaturen steigen auch wieder deutlich an, am Donnerstag werden in 2000m schon wieder +9 Grad erwartet. Über das Wochenende und bis in die nächste Woche hinweg wird es immer wieder wechselhaft mit geringen Mengen Niederschlag und milden Temperaturen auf den Bergen, aber überwiegend freundlich frühlingshaft. Durch die Bewölkung in der Nacht kann sich die Schneedecke nicht mehr gut verfestigen und die Ausaperung der Schneedecke wird rasch voranschreiten.

Der nächste Lagebericht wird bei Änderung der Situation herausgegeben.
Lisa Jöbstl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice für die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at