Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Sonntag, den 23.12.2018
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 2
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 2

Problem1: Triebschnee, Höhere Lagen
Problem2: Gleitschnee, Tiefere Lagen

SCHLAGZEILE:
Anstieg der Lawinengefahr durch frischen Triebschnee in den Hochlagen, Nassschneesituation in tieferen Bereichen.

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den Nordalpen und in den nördlichen Niederen Tauern wird die Lawinengefahr oberhalb der Waldgrenze mit erheblich bewertet, darunter sowie in den restlichen Gebirgsgruppen mit mĂ€ĂŸig bis gering. In AbhĂ€ngigkeit von den Neuschneemengen bilden sich speziell in den Hochlagen mit weiterhin stĂŒrmischem Nordwestwind frische Triebschneebereiche in den Expositionen Nord ĂŒber Ost bis SĂŒd. Die Gefahrenstellen finden sich hinter kammnahen und auch kammfernen GelĂ€ndeĂŒbergĂ€ngen sowie in eingewehten Rinnen und Mulden. Eine Schneebrettauslösung kann bereits bei geringer Zusatzbelastung erfolgen. Aus dem felsdurchsetzten SteilgelĂ€nde können sich in den neuschneereichen Gebieten Lockerschneelawinen spontan lösen. Durch den bis in teils mittlere Lagen fallenden Regen können sich insbesondere aus dem Waldbereich spontane Nassschneerutschungen lösen, auf steilen WiesenhĂ€ngen ist die GleitschneeaktivitĂ€t weiter zu beachten. Schlechte Sichtbedingungen können die Gefahrenbeurteilung einschrĂ€nken.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Die Schneedecke wurde am Samstag in vielen Regionen durch massive ErwĂ€rmung und Regen bis (stellenweise auch ĂŒber) 2000m an- bzw. durchfeuchtet, was einerseits zu einer Setzung der Schneedecke fĂŒhrte, andererseits zur Destabilisierung und zu Nass- und GleitschneeabgĂ€ngen. In der Nacht auf Sonntag fielen in den Nordstaulagen bis zu 40cm Neuschnee. Mit herrschendem Westwind entstehen somit frische Triebschneebereiche, die sich in höheren Lagen auf einer verharschten SchneeoberflĂ€che ablagern und somit sehr instabil gestalten. Dort, wo sich kein Harschdeckel bildete, ist die Bindung zwischen Alt- und Neuschnee besser. Durch den böigen Wind können unterschiedlich harte Schichten im Triebschneepaket störanfĂ€llige Schwachschichten darstellen. In mittleren und tiefen Lagen setzt der Regen und die milde Witterung der Schneedecke weiter zu, sie gestaltet sich feucht bzw. nass, von Nass- bzw. GleitschneeaktivitĂ€ten ist hier weiterhin auszugehen.

WETTER:
Der Sonntag steht weiter im Einfluss einer straffen Westwetterlage. Nördlich des Alpenhauptkammes stecken die Berge meist in Wolken oder Nebel und es herrschen schlechte Sichtbedingungen. Nur in den sĂŒdlichen Gebirgsgruppen kann sich hin und wieder auch die Sonne zeigen. In den nördlichen Gebirgsgruppen regnet oder schneit es immer wieder, wobei die Schneefallgrenze zwischen 1000m und 1400m Höhe schwankt. Die Temperaturen liegen in 2000m um -3 Grad, in 1500m um bzw. leicht unter dem Gefrierpunkt. Der starke bis stĂŒrmische Wind aus West lĂ€sst am Nachmittag nach.

TENDENZ:
Der Heilige Abend bringt speziell in der ersten TageshĂ€lfte teils intensiven Schneefall auf den Bergen der nördlichen Gebirgsgruppen. Die Schneefallgrenze sinkt kontinuierlich, der Wind bleibt lebhaft bis stĂŒrmisch. Die Lawinengefahr wird sich hinsichtlich Triebschneegefahr weiter verschĂ€rfen, der Umfang der Gefahrenstellen zunehmen.

Der nÀchste Lagebericht wird Sonntag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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