Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht f√ľr die Steiermark f√ľr Dienstag, den 25.12.2018
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 3-4 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 3-4 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 3-4 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 3
Niedere Tauern S√ľd: 2-3 1400m
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 2

Problem1: Triebschnee, Ganztägig
Problem2: Gleitschnee, Ganztägig

SCHLAGZEILE:
Heikles Triebschneeproblem Рstellenweise große Schneebrettgefahr (Stufe 4)!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Die Lawinengefahr wird in den Nordalpen √ľber der Waldgrenze mit GROSS (Stufe 4), in den restlichen Regionen mit ERHEBLICH bis m√§√üig bewertet. Die Gefahr geht von frischem, spr√∂dem Triebschnee aus, der sich mit st√ľrmischem Nordwestwind bildete und sich √§u√üerst st√∂ranf√§llig gestaltet. Der Umfang der Gefahrenstellen nimmt durch anhaltenden Wind im Tagesverlauf sowie mit ansteigender H√∂he zu. Triebschneebereiche existieren in s√§mtlichen Expositionen. Die Ausl√∂sung einer Schneebrettlawine ist kammnah und -fern selbst bis in Waldbereiche durch die geringe Zusatzbelastung einer Person m√∂glich bis wahrscheinlich. Unternehmungen abseits gesicherter Pisten erfordern viel Zur√ľckhaltung und Erfahrung. Gefahrenzeichen wie Risse in der Schneedecke sowie Wummger√§usche deuten auf die hohe St√∂ranf√§llgikeit hin! Vereinzelt kann sich die frische Schneeauflage aus fesdurchsetztem Steilgel√§nde als Lockerschneelawine oder trockenes Schneebrett von selbst l√∂sen. In mittleren Lagen besteht zudem weiterhin d ie Gefahr von Gleitschneeabg√§ngen, entstandene M√§uler sind oft √ľberdeckt und schlecht zu erkennen.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Eine Warmfront sorgte in der Nacht auf Montag erneut f√ľr viel Regen bis ca. 2000m, die darauffolgende Kaltfront f√ľr eine rasche Abk√ľhlung und Neuschnee bis in tiefe Lagen. Die gr√∂√üten Neuschneemengen gab mit bis zu 90cm in den Nordalpen √ľber 2000m. Mit der Abk√ľhlung entstand eine Harschkruste, auf der sich der kalte Neu- bzw. extrem spr√∂de Triebschnee ablagerte, wobei deren Verbindung zueinander meist ung√ľnstig ist. Als zurzeit sehr st√∂ranf√§llige Schwachschichten gelten auch unterschiedlich harte Einlagerungen (z.T. auch Graupel) im Triebschneepaket. In mittleren Lagen ist durch den weiterhin feuchten Boden von Gleitschneeaktivit√§ten auszugehen.

WETTER:
Der Christtag gestaltet sich in den Nordstauregionen meist stark bew√∂lkt und es kann immer wieder schneien, besonders in der Hochschwabregion. S√ľdlich des Alpenhauptkammes bleibt es trocken, hier zeigt sich auch immer wieder die Sonne. Es bleibt winterlich kalt bei Mittagstemperaturen in 2000m um -10 Grad, in 1500m um -7 Grad. Dazu weht auf den Bergen weiterhin starker bis st√ľrmischer Wind aus nordwestlicher Richtung.

TENDENZ:
Am Stefanitag herrscht bei wieder rasch ansteigenden Temperaturen √ľberwiegend freundliches Bergwetter. Speziell im Osten gibt es noch lebhaften Nordwestwind. Mit Erw√§rmung und Einstrahlung entspannt sich die Triebschneeproblematik etwas.

Der nächste Lagebericht wird Dienstag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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