Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Montag, den 06.01.2020
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 2-3 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee, GanztÀgig

SCHLAGZEILE:
Frischer Triebschnee sorgt fĂŒr erhebliche Lawinengefahr!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den Nordalpen und den Niederen Tauern sorgt frischer Triebschnee oberhalb der Waldgrenze fĂŒr erhebliche Lawinengefahr. Die durch den stĂŒrmischen Nordwestwind gebildete Triebschneeauflage kann bereits bei geringer Zusatzbelastung eines Wintersportlers als Schneebrettlawine ausgelöst werden. Die Gefahrenstellen reichen bis in lichte Waldbereiche herab und nehmen mit der Höhe zu. Das Potential fĂŒr eine Lawinenauslösung ist in nord- ĂŒber ost- bis sĂŒdseitigen Hangzonen am grĂ¶ĂŸten. Neben kammnahen Leebereichen können sich auch kammferne Bereiche (eingewehte Rinnen und Mulden) störanfĂ€llig gestalten. Mit etwas Erfahrung ist der Triebschnee gut erkennbar. In neuschneereichen Regionen können sich zudem vor allem sonnseitig zunehmend Schneebrett- bzw. auch Lockerschneelawinen aus steilen HĂ€ngen spontan lösen. In den sĂŒdlichen Gebirgsgruppen ist die Lawinensituation aufgrund der geringen Schneehöhen gĂŒnstiger. Windbeeinflusste, abgewehte Bereiche gestalten sich oft hart und eisig.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Seit Samstag sind in den Staugebieten der Nordalpen bei einer anfĂ€nglichen Schneefallgrenze von 1100m – 1500m 20 ? 50cm Neuschnee gefallen, in den sĂŒdlichen Gebirgsgruppen maximal 10cm. Unter stĂŒrmischem Windeinfluss wurde der Schnee auf eine oft glatte und verharschte Altschneedecke bzw. Regenkruste abgelagert, wobei sich hier die Verbindung zum Altschnee in tieferen Bereich besser gestaltet. Als potentielle Schwachschichten gelten unterschiedlich harte eingelagerte Schichten in der Triebschneeauflage. Weiters können ĂŒberdeckter OberflĂ€chenreif (speziell in HochwĂ€ldern bzw. geschĂŒtzten Lagen) und kantige Kristalle im Übergang zur Altschneedecke existieren, die trotz ErwĂ€rmung als störanfĂ€llige Schwachschicht bestehen bleiben.

WETTER:
Am Montag (Dreikönigstag) sorgt Hochdruckeinfluss verbreitet fĂŒr sonniges Bergwetter samt toller Fernsicht. Von Westen her wird es zudem deutlich milder, in den westlichen Nordalpen steigt die Frostgrenze gegen 2000m. Der Nordwind weht nur noch mĂ€ĂŸig, in exponierten Hochlagen lebhaft. In 2000m werden Mittagswerte von -1 bis +1 Grad, in 1500m um +2 Grad erreicht.

TENDENZ:
Am Dienstag setzt sich das sonnige Hochdruckwetter fort. Ein kleines Höhentief sorgt ab Mittag von Westen fĂŒr aufziehende Bewölkung. Mit der Setzung der Schneedecke geht die Lawinengefahr langsam zurĂŒck.

Der nÀchste Lagebericht wird Montag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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