Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Mittwoch, den 08.01.2020
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee,
Problem2: Gleitschnee,

SCHLAGZEILE:
Mehrheitlich gĂŒnstige Lawinensituation – vereinzelte Triebschneelinsen sowie spontane LawinenaktivitĂ€ten beachten

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Bei mehrheitlich gĂŒnstiger Lawinensituation herrscht in den nördlichen Regionen der Steiermark oberhalb der Waldgrenze mĂ€ĂŸige, darunter sowie in den sĂŒdlichen Gebirgsgruppen geringe Lawinengefahr. Die Hauptgefahr geht von dĂŒnnen frischen Triebschneelinsen bzw. Ă€lteren Triebschneebereichen aus, die speziell in nordwest- bis sĂŒdostexponierten Bereichen existieren. Sie können vor allem in höheren Lagen ĂŒberwiegend durch große Zusatzbelastung als kleine bis mittlere Schneebrettlawine ausgelöst werden können. Am kritischsten zu beurteilen sind ÜbergĂ€nge von wenig zu viel Schnee bzw. Bereiche hinter GelĂ€ndekanten. Zudem können sich kleine Lockerschneelawinen bzw. feuchte Rutsche aus steilen, sonnseitigen HĂ€ngen spontan lösen. Aus extrem steilen WiesenhĂ€ngen besteht die Gefahr von spontanen Gleitschneelawinen. Exponierte Bereiche sind oft abgeweht und gestalten sich hart bzw. eisig.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Am Dienstagabend fallen in der nördlichen Steiermark nur unergiebige Neuschneemengen bei teils starkem Nordwestwind, der die SchneeoberflĂ€che bearbeitet. Der Neu- bzw. Triebschnee vom vergangenen Wochenende hat sich großteils gesetzt und stabilisiert. Vereinzelt existieren in Hochlagen noch Ă€ltere Triebschneelinsen, die gestört werden können. Als potentielle Schwachschichten kommen unterschiedlich harte Schichten in der Triebschneeauflage sowie kantige Kristalle im Bereich der Regenkruste bzw. im Übergang zum Altschnee (kalt auf warm) in Frage. Das Schneedeckenfundament ist meist stabil. Aus extrem steilen WiesenhĂ€ngen (speziell mit vorhandener Altschneedecke vom November) können zu jeder Tageszeit Gleitschneelawinen abgehen. Sonnseitig wird die Schneedecke mit den steigenden Temperaturen und der Sonneneinstrahlung angefeuchtet. In schattigen Bereichen ist der Schnee noch kalt und locker. Die SchneeoberflĂ€che gestaltet sich oft verharscht (Wind, nĂ€chtliche Ausstrahlung).

WETTER:
Nach Abzug des Höhentiefs in der Nacht auf Mittwoch erwartet uns ein ĂŒberwiegend freundlicher Tag mit sonnigem und zunehmend milderem Bergwetter. Der Wind aus nordwestlicher Richtung ist vorerst nur schwach, legt aber speziell im Nordosten ab Mittag wieder zu. Die Temperatur steigt kontinuierlich an und erreicht bereits zu Mittag in 2000m Werte um den Gefrierpunkt, in 1500m um +3 Grad.

TENDENZ:
Der Donnerstag gestaltet sich bis auf einige dĂŒnne, hohe Wolken sonnig und Ă€ußerst mild. Hinsichtlich Lawinensituation stehen mögliche Gleitschneelawinen bzw. feuchte Rutsche aus steilen SonnenhĂ€ngen im Vordergrund.

Der nÀchste Lagebericht wird Mittwoch bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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