Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Mittwoch, den 29.01.2020
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee,

SCHLAGZEILE:
Neuschnee und Sturm – frischen Triebschnee beachten!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den Nordalpen und in den Tauern herrscht ober der Waldgrenze mĂ€ĂŸige Lawinengefahr, ansonsten wird sie mit gering bewertet. Mit stĂŒrmischem Nordwestwind und Neuschnee entstehen frische Gefahrenstellen in Form von Triebschnee. Die Triebschneepakete sollten vor allem im Bereich von GelĂ€ndeĂŒbergĂ€ngen sowie in Rinnen und Mulden beachtet werden, hier sind sie störanfĂ€llig und können bis in lichte Walbereiche bereits bei geringer Zusatzbelastung als Schneebrettlawine ausgelöst werden. An windausgesetzten bzw. harten oder vereisten GelĂ€ndebereichen sollte zudem die Absturzgefahr nicht unterschĂ€tzt werden.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Am frĂŒhen Dienstagnachmittag sorgte ein (am den Messstationen gut erkennbarer) Kaltfrontdurchgang von Nordwesten her fĂŒr einen markanten Wetterumschwung in der Steiermark mit Sturm und gewittrigen Schauern mit etwas Neuschnee und Graupel. Die Temperaturen sanken zudem markant. Bis MittwochfrĂŒh werden in den Staubereichen der Nordalpen bzw. der Tauern weitere 5 ? 15cm Neuschnee erwartet, lokal mitunter etwas mehr. Durch die Einwirkung des ĂŒberaus stĂŒrmischen Westwindes bildet sich zunehmend frischer Triebschnee, der sich in Bereichen wo er OberflĂ€chenreif oder Ă€lteren Pulverschnee ĂŒberdecket, am störanfĂ€lligsten gestaltet. Stellenweise (speziell bei grĂ¶ĂŸeren Ablagerungen) können unterschiedlich harte Schichten in der Triebschneeauflage als Schwachschicht existieren. Ansonsten lagern sie sich auf Schmelzharsch oder windgepressten OberflĂ€chen ab, auch hier kann die Verbindung ungĂŒnstig sein. Die Altschneedecke ist meist fest verharscht und stabil, zum Teil von kantigen Kornformen durchz ogen.

WETTER:
Die Nacht auf Mittwoch gestaltet sich meist stĂŒrmisch mit etwas Schneefall bis in Tallagen speziell in den nördlichen Regionen. TagsĂŒber ziehen an der Alpennordseite einige Wolken durch und besonders am Vormittag schneit es auch ein wenig, ehe es um die Mittagszeit herum vorĂŒbergehend auch vom Dachstein bis zum Hochschwab zeitweise auflockert. An der SĂŒdseite der Gebirge scheint bei föhnigem Nordwestwind von Beginn an immer wieder die Sonne und es bleibt ganztags trocken. Der Nordwestwind bleibt auf den Bergen oft stĂŒrmisch. Die Temperaturen liegen in 2000m um -9 Grad, in 1500m um-5 Grad.

TENDENZ:
In der Nacht auf Donnerstag sorgt die nĂ€chste Störung in den Staulagen erneut fĂŒr etwas Neuschnee bei anhaltend stĂŒrmischen Nordwestwind. TagsĂŒber lockert es im gesamten Bergland auf und die Temperaturen steigen an. Im Hinblick auf die Lawinengefahr muss vor allem Triebschnee beachtet werden, kleine Lockerschneelawinen sind aus steilem GelĂ€nde möglich.

Der nÀchste Lagebericht wird Mittwoch bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Andreas Riegler

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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