Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Donnerstag, den 30.01.2020
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-3 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-3 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee,

SCHLAGZEILE:
In den Hochlagen teilweise erhebliche Lawinengefahr durch frischen Triebschnee!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den Nordalpen West und den nördlichen Niederen Tauern herrscht oberhalb der Waldgrenze erhebliche Lawinengefahr. In den restlichen Gebirgsgruppen der Steiermark herrscht mĂ€ĂŸige oder geringe Lawinengefahr. Problematisch sind frische Triebschneeansammlungen in den Expositionen Nord ĂŒber Ost bis SĂŒd. Betroffen sind nicht nur kammnahe, sondern auch kammferne Bereiche hinter GelĂ€ndekanten und die Einfahrten zu Rinnen und Mulden. Hier ist die Auslösung von Schneebrettlawinen durch geringe Zusatzbelastung möglich. Zu beachten ist derzeit vor allem, dass der Übergang von ĂŒberraschend ungebundenem Pulverschnee in gebundenen Triebschnee abrupt ist und daher einige Erfahrung und stĂ€ndige Aufmerksamkeit fĂŒr die Einzelhangbeurteilung im GelĂ€nde nötig ist. Auf den Gipfeln und KĂ€mmen ist außerdem die Absturzgefahr auf vereistem Untergrund zu beachten.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Seit Dienstag sind im steirischen Bergland bis zu 25cm Neuschnee bei teilwiese stĂŒrmischem West- bis Nordwestwind gefallen. In der Nacht auf Donnerstag können im Nordstau noch bis zu 20cm Neuschnee dazukommen, der sich voraussichtlich schlecht mit der Unterlage verbindet. Der Neuschnee ist stark mit Graupel durchsetzt, was in Hohlformen (Rinnen und Mulden) zu Graupelansammlungen gefĂŒhrt hat, die als Schwachschicht in Frage kommen. Nordseitig ist in den Hochlagen auch der Übergang zum Altschnee (ungebundene, kantige Schneekristalle) eine mögliche Schwachschicht. Der Neuschnee ist vielerorts locker und ungebunden, an einigen Gefahrenstellen aber auch gebunden und daher lawinenrelevant. Das Altschneefundament ist teilweise verharscht und allgemein stabil. Ausnahmen davon sind nur extrem steile, schattige und eher schneearme Bereiche der Hochlagen, wo Schwimmschnee das Schneedeckenfundament schwĂ€cht. Windexponierte Bereiche sind vielfach abgeblasen und vereist.

WETTER:
In der Nacht auf Donnerstag schneit es entlang der Nordalpen und der nördlichen niederen Tauern noch, aber bereits am Vormittag ziehen Restwolken und letzte Schauer ab und es setzt sich im gesamten Bergland sonniges Wetter durch. Die Temperaturen steigen an und erreichen in 2000m bis zu -3 Grad. Der Wind dreht auf West bis SĂŒdwest und lĂ€sst nach. Nachmittags Ziehen von Westen her hohe Wolken auf und kĂŒndigen eine Warmfront an.

TENDENZ:
Am Freitag bringt eine Warmfront milde Temperaturen, trĂŒbes Bergwetter, ein wenig Niederschlag teilweise stĂŒrmischen Nordwestwind. In den Hochlagen bleibt Triebschnee (abgeschwĂ€cht) das bestimmende Lawinenproblem, in tieferen Lagen kann Regeneintrag zu kleineren spontanen Lawinen fĂŒhren.

Der nÀchste Lagebericht wird Donnerstag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Andreas Gobiet

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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