Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Freitag, den 07.02.2020
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 2000m
Nordalpen Mitte: 2-3 1800m
Nordalpen Ost: 2-3 1800m
Niedere Tauern Nord: 2-3 2000m
Niedere Tauern SĂŒd: 2-3 1900m
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 2
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee,

SCHLAGZEILE:
Triebschneeproblem besonders nordost- bis sĂŒdseitig!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Entlang der Nordalpen und den Niederen Tauern herrscht in höheren Lagen noch erhebliche Lawinengefahr. Darunter, sowie in den ĂŒbrigen Gebirgsgruppen ist die Lawinengefahr mĂ€ĂŸig oder gering. Das Hauptproblem ist einerseits der frische, spröde Triebschnee, der mit dem teils noch starken Wind am Donnerstag entstanden ist und besonders kammnahe Hangzonen betrifft. Andererseits die Ă€lteren Einwehungen der ersten WochenhĂ€lfte, die vor allem nordost-bis sĂŒdseitig abgelagert wurden und noch auch tiefere Hanglagen betreffen können. Eine Schneebrettauslösung kann bereits bei geringer Zusatzbelastung erfolgen! Bei der Routenwahl unbedingt auf die durch den Wind entstandenen Gefahrenzeichen achten!

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Seit Montag sind in den Hochlagen des Dachsteinmassivs und des Toten Gebirges bis zu 1 Meter Neuschnee gefallen. In den ĂŒbrigen Nordalpen und an der Nordseite der Niederen Tauern waren es bis zu 70cm, an der Tauern-SĂŒdseite bis zu 30cm.Der kalte Schnee liegt oberhalb von etwa 1.700m teilweise schlecht bindend auf einer Regeneiskruste, in tieferen Lagen besser verbunden auf der feuchten Altschneedecke. Mit dem stĂŒrmischen Wind wurden Gipfel, KĂ€mme und Plateaus abgeweht, sĂŒdwest- bis nordseitig wechselt harter, windgepresster Schnee mit lockerem Triebschnee. Der meiste Schnee wurde ost- bis sĂŒdseitig verfrachtet. Innerhalb der Triebschneeauflage können Schwachschichten in Form weicherer Schneeschichten oder Graupeleinlagen eingelagert sein. Sonnseitig beginnt sich im Zusammenwirken mit den steigenden Temperaturen die Schneedecke zu setzen, schattseitig verzögert sich hingegen der Setzungsprozess.

WETTER:
Am Freitag rĂŒckt das Hoch nĂ€her zu uns heran, der Tag verlĂ€uft meist wolkenlos und deutlich milder als zuletzt. Allerdings kann sich in den nordöstlichen Gebirgsgruppen hochnebelartige Bewölkung halten, die höheren Gipfel sollten jedoch frei sein. Der anfangs noch lebhafte Nordwestwind wird im Tagesverlauf langsam schwĂ€cher. Die Temperaturen erreichen zu Mittag in 2.000m -3 Grad und in 1.500m 0 Grad, in den Gebieten mit Hochnebel in beiden Höhen um -5 Grad.

TENDENZ:
Der Samstag verlĂ€uft ĂŒber den Bergen wolkenlos, lokale Hochnebelfelder im Osten des Landes lösen sich aber nur zĂ€h auf. Es ist windschwach und recht mild. Die Schneebrettgefahr nimmt ab, dafĂŒr nimmt die Gefahr von Gleitschneelawinen zu.

Der nÀchste Lagebericht wird Freitag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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