Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Montag, den 10.02.2020
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Tagesgang
Nordalpen Mitte: 1-2 Tagesgang
Nordalpen Ost: 1-2 Tagesgang
Niedere Tauern Nord: 1-2 Tagesgang
Niedere Tauern SĂŒd: 1-2 Tagesgang
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1
Randgebirge West:
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee, Höhere Lagen
Problem2: Nassschnee, Tiefere Lagen

SCHLAGZEILE:
Mit dem Wettersturz am Montag frischer Triebschnee in den Hochlagen sowie Regeneintrag in tieferen Lagen, dazu zunehmend eingeschrĂ€nkte Sicht – rasche Zunahme der Lawinengefahr!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Die Lawinengefahr ist zunĂ€chst ĂŒberall noch gering, nimmt aber mit dem Einsetzen der NiederschlĂ€ge, dem Sturm und den sinkenden Temperauren rasch zu. WĂ€hrend anfangs der Umfang der Gefahrenstellen gering und vorwiegend auf den Ă€lteren Triebschnee im schattseitigen GelĂ€nde beschrĂ€nkt ist (insbesondere an den ÜbergĂ€ngen von wenig zu viel Schnee), werden die Gefahrenpunkte in Form von frischem Triebschnee in höheren Lagen (Schneebrettgefahr) sowie von nassem Altschneedecke in tieferen Lagen (kleinere Lockerschneelawinen) im Laufe des Tages mehr.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Der zu Wochenbeginn entlang der Nordalpen und den Niederen Tauern unter Windeinfluss reichlich gefallene Schnee liegt schattseitig oberhalb von etwa 1.900m vereinzelt noch schlecht bindend auf einer Regeneiskruste. Kantige Kristallformen am Übergang sowie eine dĂŒnne Reifschicht im Triebschnee darĂŒber können hier als Schwachschicht wirken. Sonnseitig aller Hangrichtungen ist die Verbindung zum Altschnee aufgrund des Setzungsprozess hingegen recht gut. Allerdings wurde die Schneedecke hier oft schon wieder recht feucht. Gipfel und Grate sind meist abgeweht, auf den Plateaus zwischen Dachstein, Hochschwab und Rax liegt pickelharter Schnee oder Eis es, herrscht hier Absturzgefahr!

WETTER:
Die AuslĂ€ufer eines Sturmtiefs erfassen am Montag den Ostalpenraum. Der Vormittag verlĂ€uft auf den steirischen Bergen wolkig, zeitweise scheint auch noch die Sonne und es ist mild. Mit dem Eintreffen einer Kaltfront zieht es ab Mittag zu und die Gipfel geraten in Nebel. Alpennordseitig setzt Regen oder Schneefall ein, der im Tagesverlauf stĂ€rker wird. Auch Graupelgewitter können dabei sein. Zum Abend hin greifen die Schauer auch weiter nach SĂŒden aus. Die Schneefallgrenze sinkt von 1.700m auf 1.100m ab. Der anfangs noch lebhafte bis starke SĂŒdwind dreht bis zum Nachmittag auf West und geht bis zum Abend in einen schweren Sturm ĂŒber. Die Temperaturen sinken in 2.000m von +7 Grad am Morgen bis auf -5 Grad am Abend, in 1.500m von +5 Grad auf -1 Grad.

TENDENZ:
Am Dienstag bleibt es in der nördlichen Obersteiermark mit krĂ€ftiger West- bis Nordwestströmung recht unbestĂ€ndig. Vom Dachstein bis zum Hochschwab bleibt es dicht bewölkt und es schneit anhaltend. Die Schneefallgrenze liegt bei 700m. Der Wind erreicht im Kamm- und Gipfelniveau wieder deutlich ĂŒber 100km/h. Gegen SĂŒden zu greifen nur einzelne, unergiebige Schneeschauer ĂŒber. Weiterer Anstieg der Lawinengefahr.

Der nÀchste Lagebericht wird Montag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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