Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Montag, den 31.12.2018
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 1-2 Waldgrenze

Problem1: Triebschnee,

SCHLAGZEILE:
Rasche Zunahme der Gefahrenstellen durch Triebschnee oberhalb der Waldgrenze, dazu schlechte Sichtbedingungen!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Der Wetterumschwung hat einen markanten Anstieg der Lawinengefahr bewirkt! Entlang der Nordalpen und an der Tauernnordseite herrscht erhebliche Lawinengefahr, in den sĂŒdlicheren Gebirgsgruppen ist die Lawinengefahr mĂ€ĂŸig oder gering. Die Hauptgefahr geht von frischem Triebschnee aus, der vor allem oberhalb der Waldgrenze in Rinnen und Mulden aller Expositionen sowie hinter GelĂ€ndekanten abgelagert wurde. Auch kammnahe, windabgewandte HĂ€nge wurden eingeweht. Wegen der derzeit sehr schlechten Sichtbedingungen sind diese Gefahrenstellen nur schwer auszumachen, Schitouren sind daher nur eingeschrĂ€nkt möglich!

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Der Neuschnee des mit Sonntagnacht begonnenen Niederschlagsereignisses wurde auf einer weitgehend gesetzten, oberflĂ€chlich meist verharschten Altschneedecke abgelagert. In tieferen Lagen fiel der feuchte Schnee auf zuvor bereits ausgeaperte FlĂ€chen. Mit dem stĂŒrmischen und böigen Wind ist es oberhalb der Waldgrenze zu umfangreichen Schneeverfrachtungen gekommen, im Triebschnee wechseln je nach Windeinfluss sprödere mit weicheren Schichten, letztere kommen zurzeit am ehesten als Schwachschichten in Frage. Auf Gipfeln und Graten hat der Sturm hingegen die verharschten oder vereisten Altschneereste wieder freigelegt.

WETTER:
Mit einer stĂŒrmischen nordwestlichen Höhenströmung werden weiterhin feuchtkalte Luftmassen an die Alpennordseite gefĂŒhrt. Am Montag zu Silvester stecken die Gipfel der nördlichen Gebirgsgruppen im Nebel und es schneit hier den ganzen Tag ĂŒber, die Schneefallgrenze liegt bei 600m. Der stĂŒrmische Nordwestwind wird im Tagesverlauf etwas schwĂ€cher, nur am Alpenostrand ist noch den ganzen Tag ĂŒber mit stĂŒrmischen VerhĂ€ltnissen zu rechnen. Erst in der Nacht auf Neujahr hören die NiederschlĂ€ge langsam auf. Die Temperaturen liegen zu Mittag in 2.000m bei -7 Grad und in 1.500m bei -4 Grad. WetterbegĂŒnstigt prĂ€sentieren sich die sĂŒdlichen Gebirgsgruppen, hier lockert der Nordföhn die Wolken immer wieder auf.
Am Neujahrstag stauen sich noch einige Wolken mit letzten Schneeschauern von den Eisenerzer Alpen ostwĂ€rts, bis Mittag sollte es aber ĂŒberall sonnig werden. Der mĂ€ĂŸig starke Wind dreht auf West und es wird vorĂŒbergehend etwas milder. In der Nacht zum Mittwoch setzt dann alpennordseitig bei stĂŒrmischem Nordwestwind wieder Schneefall ein und die Temperaturen gehen markant zurĂŒck. Die restliche Ferienwoche prĂ€sentiert sich im Norden winterlich mit weiterem Neuschnee!

TENDENZ:
Die vorĂŒbergehende Wetterbesserung am Neujahrstag ist nur von kurzer Dauer. Die Einstrahlung wird sonnseitig eine Setzung der Schneedecke bewirken, aber auch anfangs die Auslösung von Lockerschneelawinen und Schneebrettlawinen begĂŒnstigen. Die darauffolgenden Tage sind alpennordseitig von Sturm und weiterem Neuschnee geprĂ€gt! Anhaltend angespannte Schneebrett-Situation!

Der nÀchste Lagebericht wird Montag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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