Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Dienstag, den 01.01.2019
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 1-2 Waldgrenze

Problem1: Triebschnee,
Problem2: Nassschnee,

SCHLAGZEILE:
Rasche Zunahme der Gefahrenstellen oberhalb der Waldgrenze durch Triebschnee, mit der ErwĂ€rmung außerdem kleinere bis mittelgroße Lockerschneelawinen!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Entlang der Nordalpen und an der Tauernnordseite herrscht verbreitet erhebliche Lawinengefahr. Die Hauptgefahr geht von frischem Triebschnee aus, der vor allem oberhalb der Waldgrenze in Rinnen und Mulden aller Expositionen sowie hinter GelĂ€ndekanten abgelagert wurde. Auch kammnahe, windabgewandte HĂ€nge wurden eingeweht. Wegen der anfangs noch schlechten Sichtbedingungen sind diese Gefahrenstellen oft schwer auszumachen. Die vorĂŒbergehende FrostabschwĂ€chung und Einstrahlung wird zwar sonnseitig eine Setzung der Schneedecke bewirken, aber auch anfangs die Auslösung von Schneebrettern sowie Lockerschneelawinen aus dem steilen Wald- und SchroffengelĂ€nde begĂŒnstigen. Auch Gleitschneelawinen aus steilen Wiesenabschnitten sind wieder ein Thema. In den sĂŒdlicheren Gebirgsgruppen sind die Gefahrenstellen zwar nicht so großflĂ€chig ausgebildet, aber auch hier ist die Lawinengefahr mĂ€ĂŸig. Der Sturm hat fĂŒr viele kleinrĂ€umige Einwehungen gesorgt, apere FlĂ€chen wechseln mit triebschneebeladenen H angzonen. Nur im westlichen Randgebirge ist die Lawinengefahr mangels Schnee gering.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Der Neuschnee des mit Sonntagnacht begonnenen Niederschlagsereignisses wurde auf einer weitgehend gesetzten, oberflĂ€chlich meist verharschten Altschneedecke abgelagert. VorĂŒbergehend regnete es auch kurz bis knapp 1.900m hinauf. Bis ĂŒber einen Meter Neuschnee sind bis Jahresende in den Hochlagen der Nordalpen gemessen worden. In tieferen Lagen fiel der feuchte Schnee auf zuvor bereits ausgeaperte FlĂ€chen. Mit dem stĂŒrmischen und böigen Wind ist es oberhalb der Waldgrenze zu umfangreichen Schneeverfrachtungen gekommen, im Triebschnee wechseln je nach Windeinfluss sprödere mit weicheren Schichten und Graupeleinlagen, letztere kommen zurzeit am ehesten als Schwachschichten in Frage. Auf Gipfeln und Graten hat der Sturm hingegen die verharschten oder vereisten Altschneereste wieder freigelegt.

WETTER:
In der Nacht auf Neujahr hören die SchneefĂ€lle in den Nordstaugebieten langsam auf und auch der stĂŒrmische Wind lĂ€sst nach. Am Neujahrstag lockern die Wolken hier nur zögerlich auf, erst am Nachmittag kann sich ĂŒberall die Sonne zeigen. Der nur mehr mĂ€ĂŸig starke Wind dreht auf West und es wird vorĂŒbergehend etwas milder. Die Temperaturen steigen auf -4 Grad in 2.000m und auf -2 Grad in 1.500m. Deutlich weniger Wolken gibt es alpensĂŒdseitig und hier ist es auch noch milder.

TENDENZ:
In der Nacht zum Mittwoch setzt alpennordseitig bei stĂŒrmischem Nordwestwind wieder Schneefall ein und die Temperaturen gehen markant zurĂŒck. Die restliche Ferienwoche prĂ€sentiert sich im Norden kalt und tiefwinterlich mit weiterem Neuschnee und Sturm! Anhaltend angespannte Schneebrett-Situation!
Der LWD wĂŒnscht allen Nutzern ein gutes, vor allem unfallfreies Jahr 2019!

Der nÀchste Lagebericht wird Dienstag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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