Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Dienstag, den 03.03.2020
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 2-3 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 2-3 Waldgrenze
Randgebirge West: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee, GanztÀgig

SCHLAGZEILE:
In den letzten Tagen mehrere Phasen mit Bildung von störanfÀlligem Triebschnee. Die Gefahrenzeichen sind durch die meist schlechten Sichtbedingungen schwer zu erkennen!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Aufgrund der derzeitigen Triebschneesituation wird die Lawinengefahr in Teilen der Nordalpen, der Niederen Tauern und in den Gurk- und Seetaler Alpen ĂŒber der Waldgrenze mit erheblich beurteilt, sonst ist sie gering bis mĂ€ĂŸig. Die Gefahrenstellen befinden sich sowohl kammnah als auch kammfern hinter GelĂ€ndekanten sowie in Einfahrten zu Rinnen und Mulden. Betroffen sind vor allem die Expositionen Nord ĂŒber Ost bis SĂŒd. Die Auslösung von Schneebrettlawinen ist bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Am Sonntag regnete es anfangs bis etwa 1.400m hinauf, darĂŒber sind 10 bis 15cm Neuschnee gefallen, der sich besonders in den Ostexpositionen in Form frischer, nicht allzu mĂ€chtiger Triebschneepakete abgelagert hat. Der Montag war tagsĂŒber niederschlagsfrei, allerdings hat stĂŒrmischer SĂŒdwind fĂŒr weitere Schneeverfrachtungen gesorgt. Mit den fĂŒr Dienstag prognostizierten NiederschlĂ€gen wird weiterer Triebschnee aufgrund des Windwechsels vorerst nordseitig, spĂ€ter ost- bis sĂŒdseitig abgelagert. In tieferen Höhenlagen ist die Verbindung des Neuschnees zur Altschneedecke durch den vergangenen Regen und der höheren Temperaturen ausreichend, ab der Waldgrenze stellen hingegen weiche Schneeeinlagerungen zwischen den Triebschneeschichten sowie Graupel am Übergang zur verharschten Altschneedecke potentielle Schwachschichten dar.

WETTER:
Im Ostalpenraum bestimmt vorerst eine sĂŒdwestliche Höhenströmung das Wettergeschehen. Eine eingelagerte Störungszone erreicht am Montagabend die Steiermark. Nach deren Abzug sickern am Dienstag aus Nordwesten weitere, feuchte Luftmassen ein. Bereits in der Nacht zum Dienstag geraten die Gipfel in Nebel und die NiederschlĂ€ge nehmen zu. Der meiste Schnee (bis etwa 25cm) wird in den vom SĂŒdstau randlich betroffenen steirischen Gebirgsgruppen (Turrach, sĂŒdl. Schladminger Tauern) erwartet. Die Temperatur liegt DienstagfrĂŒh in 2.000m um -2 Grad, in 1.500m um 0 Grad, bis Mittag sinkt sie auf -8 Grad bzw. -4 Grad. Der stĂŒrmische SĂŒdwestwind dreht am Vormittag auf West bis Nordwest.

TENDENZ:
Der Mittwoch bringt zeitweise sonniges Bergwetter. Auch in den Nordalpen sowie in den Niederen Tauern lockern die Wolken im Laufe des Vormittags auf und die Gipfel werden zunehmend frei. Der Wind weht teils lebhaft aus Nordwest und es bleibt kalt. Vorerst gleichbleibende Lawinengefahr.

Der nÀchste Lagebericht wird Dienstag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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