Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Sonntag, den 08.03.2020
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee, Höhere Lagen

SCHLAGZEILE:
In den Hochlagen Triebschneeproblem, auch in tieferen Lagen teils ungĂŒnstiger Schneedeckenaufbau.

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Mit dem auflebenden Nordwestwind nach Ende des letzten Niederschlagsereignisses hat sich in den Hochlagen frischer Triebschnee gebildet. Die bevorzugten Einwehungsgebiete liegen im ost- bis sĂŒdausgerichteten GelĂ€nde. Die kritischen Bereiche betreffen insbesondere das kammnahe SteilgelĂ€nde und hier die Einfahrtsbereiche von eingewehten Rinnen sowie den Triebschnee hinter GelĂ€ndekanten. Kleine bis mittlere Schneebretter können dort bei großer, vereinzelt auch schon bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden. Aber auch in mittleren Höhenlagen (Waldgrenzbereich) kann an sehr steilen HĂ€ngen aller Expositionen die oberste Schneeschicht bei Belastung abrutschen. Außerdem ist im sonnenbeschienenen SteilgelĂ€nde mit kleinen bis mittelgroßen Lockerschneelawinen zu rechnen.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Vergangenen Freitag wurden in den Nordalpen und Tauern bis zu 35cm Neuschnee registriert, auch am Samstag sind in diesen Gebirgsregionen noch ein paar Zentimeter dazugekommen. Der Hauptniederschlag fiel bei eher windschwachen VerhĂ€ltnissen, aber bei unterschiedlichen Temperaturen, was sich im Schneeaufbau widerspiegelt: Auf der verharschten Altschneedecke liegt eine dĂŒnne Pulverschneeauflage, gefolgt von einer feuchten, hĂ€rteren Schneeeinlagerung und einer weichen und pappigen Schicht als Abschluss, welche oberflĂ€chlich zunehmend ?knusprig? wird. Nur in den Hochlagen ist die oberste Schneeschicht auch verfrachtungsfĂ€hig, der stĂŒrmische Nordwestwind hat hier fĂŒr frischen Triebschnee gesorgt. An den ÜbergĂ€ngen der unterschiedlich temperierten Schneeeinlagerungen können sich Schwachschichten bilden, die Abfolge deutet jedenfalls auf einen eher ungĂŒnstigen Schneedeckenaufbau hin.

WETTER:
Schwacher Hochdruckeinfluss bestimmt am Sonntag das steirische Bergwetter. Anfangs halten sich in den Nordalpen sowie entlang des Hauptkammes zunĂ€chst noch dichtere, tiefe Wolken, im Laufe des Vormittages sollte sich aber im gesamten Bergland recht sonniges Wetter durchsetzen. Der Wind weht schwach bis mĂ€ĂŸig, nur am Alpenostrand auch noch lebhaft aus Nordwest. Die Temperaturen liegen zu Mittag in 2.000m bei -7 Grad und in 1.500m bei -2 Grad, nur sĂŒdlich des Hauptkammes ist es noch etwas milder.

TENDENZ:
Am Montag ziehen von Nordwesten wieder dichte Wolken durch, die höheren Gipfel der Nordalpen und Niederen Tauern stecken im Nebel und es schneit zeitweise. Die Schneefallgrenze liegt bei 1.000m. Auch in den sĂŒdlichen Gebirgsgruppen zeigt sich kaum die Sonne und einzelne Schneeschauer können hier bis ins steirische Randgebirge ĂŒbergreifen. Bei mĂ€ĂŸig starkem Wind aus Nordwest bis West wird es eine Spur milder als tags zuvor.
An der Lawinengefahr Àndert sich wenig.

Der nÀchste Lagebericht wird Sonntag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

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