Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Samstag, den 05.01.2019
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 4
Nordalpen Mitte: 4
Nordalpen Ost: 4
Niedere Tauern Nord: 4
Niedere Tauern SĂŒd: 3-4 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 2-3 Waldgrenze
Randgebirge West: 1-3 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 2-3 Waldgrenze

Problem1: Triebschnee, GanztÀgig
Problem2: Neuschnee, GanztÀgig

SCHLAGZEILE:
Gefahrenstufe 4: Angespannte Lawinensituation durch weiteren Neuschnee und stĂŒrmischen Wind!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Entlang der Nordalpen und der Niederen Tauern ist die Lawinengefahr groß (Stufe 4 der fĂŒnfteiligen Gefahrenskala). Im Schitourenbereich geht die Hauptgefahr vom neuen Triebschnee aus, der mit dem stĂŒrmischen Wind in Rinnen und Mulden aller Expositionen sowie hinter GelĂ€ndekanten abgelagert wird. Die Einfrachtungen können bis in die Waldzonen herunterreichen. Wegen der schlechten Sichtbedingungen sind diese Gefahrenstellen schwer auszumachen. Die Möglichkeiten fĂŒr Schitouren sind stark eingeschrĂ€nkt und erfordern viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung. FĂŒr das gesicherte GelĂ€nde (Straßen, Siedlungsraum) hĂ€ngt die Lawinengefahr hingegen vom Zustand und der Höhe des prognostizierten Niederschlags ab: FĂ€llt feuchter und schwerer Schnee oder gar Regen auf den noch frischen, kalten und lockeren Pulverschnee, kommt es aus steilen Straßenböschungen rasch zu Entladungen von kleinen bis mittelgroßen Schneerutschen. In den Hochlagen wirkt der weitere Schneezuwachs als Impuls fĂŒr mittelgroße , vereinzelt auch große Lockerschneelawinen sowie spontane Schneebretter.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Seit Beginn des im Nordstau wirksamen Niederschlagsereignisses am 02.01. betrug hier die Zunahme der Schneehöhen in Tallagen bis 50 cm, mit zunehmender Seehöhe steigen die Werte auf 150 cm! In den Hochlagen erreichen die Schneepegel derzeit bis knapp 3 Meter. Bis in den Wald herunter haben sich hinter GelĂ€ndekanten große Wechten gebildet. Neue Schwachschichten im Triebschnee entstehen am Übergang von spröderen Schneeschichten zu weicheren Schneeeinlagerungen mit Graupel sowie am Übergang vom wĂ€rmeren Altschnee-Harschdeckel zum kĂ€lteren Neuschnee. An der TauernsĂŒdseite schwĂ€cht außerdem schattseitig ein Altschneeproblem (kantige Formen unter einem Harschdeckel) das Schneedeckenfundament, weil die geringeren Schneehöhen hier die aufbauende Schneeumwandlung begĂŒnstigt haben. Diese wurden vom Neuschnee meist zugedeckt!

WETTER:
Über Nacht schneit es auf den obersteirischen Bergen wieder stĂ€rker, entlang der Nordalpen und an der Nordseite der Tauern werden ca. 20 bis 30 cm Neuschnee erwartet. Mit einer Warmfront intensivieren sich die NiederschlĂ€ge am Samstag tagsĂŒber noch weiter, es schneit dann durchgehend bis Sonntagnachmittag. In Summe können die Neuschneehöhen 1 Meter erreichen, lokal auch noch mehr. Die Schneefallgrenze liegt vorerst im Talniveau, kann aber kurzfristig auf 900m ansteigen. Dazu weht stĂŒrmischer Wind aus Nordwest bis West. Und es wird mit Temperaturen in 2.000m mit -8 Grad und in 1.500m -6 Grad deutlich milder als zuletzt. Auf die AlpensĂŒdseite greifen zeitweise Schneeschauer ĂŒber, hier kann sich zeitweise auch kurz die Sonne zeigen.

TENDENZ:
Je nach IntensitĂ€t der prognostizierten NiederschlĂ€ge kann die Lawinengefahr kurz noch weiter steigen. Eine Entscheidung darĂŒber erfolgt erst nach einem Update der neuen Wettermodelle Samstagvormittag. Mit winterlichem Nordstauwetter, allerdings mit geringeren NiederschlĂ€gen ist aber auch noch zu Beginn der neuen Woche zu rechnen.

Der nÀchste Lagebericht wird Samstag bis 07:30 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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