Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Sonntag, den 06.01.2019
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 4
Nordalpen Mitte: 4
Nordalpen Ost: 4
Niedere Tauern Nord: 4
Niedere Tauern SĂŒd: 3-4 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 2-3 Waldgrenze
Randgebirge West: 1-3 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 2-3 Waldgrenze

Problem1: Triebschnee, GanztÀgig
Problem2: Neuschnee, GanztÀgig

SCHLAGZEILE:
Gefahrenstufe 4: Weiterhin angespannte Lawinensituation durch Neuschnee, Regen, Temperaturanstieg und stĂŒrmischen Wind!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Entlang der Nordalpen und der Niederen Tauern ist die Lawinengefahr weiterhin groß (Stufe 4 der fĂŒnfteiligen Gefahrenskala). Im Schitourenbereich liegen die Gefahrenstellen in allen Hangexpositionen vom lichten Hochwald aufwĂ€rts. Wegen der schlechten Sichtbedingungen sind diese Gefahrenstellen schwer auszumachen. Die Möglichkeiten fĂŒr Schitouren sind daher weiterhin stark eingeschrĂ€nkt!
In tiefen Lagen fĂ€llt feuchter und schwerer Schnee oder Regen auf den noch frischen, kalten und lockeren Pulverschnee. Entladungen von kleinen bis mittelgroßen Lawinen aus steilen Straßenböschungen und Waldbereichen sowie Gleitschneelawinen aus steilen GrashĂ€ngen sind die Folge. In den Hochlagen wirken der weitere Schneezuwachs sowie die vorĂŒbergehend leichte ErwĂ€rmung als Impuls fĂŒr mittelgroße und große, vereinzelt auch sehr große Lockerschneelawinen sowie spontane Schneebretter. Diese können teilweise auch auf tiefer liegende Schichten durchbrechen, der Staubanteil damit auch grĂ¶ĂŸere Ausmaße entwickeln.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Seit Beginn des im Nordstau wirksamen Niederschlagsereignisses am 02.01. betrug hier die Zunahme der Schneehöhen in Tallagen bis 100 cm, mit zunehmender Seehöhe steigen die Werte auf 200 cm! In den Hochlagen erreichen die Schneepegel derzeit bis ĂŒber 3,5 Meter. Es sind enorme Einsinktiefen und unter Windeinfluss sehr große Wechten entstanden. Potentielle Schwachschichten im Triebschnee liegen am Übergang von spröderen Schneeschichten zu weicheren Schneeeinlagerungen mit Graupel sowie am Übergang vom wĂ€rmeren Altschnee-Harschdeckel zum kĂ€lteren Neuschnee. An der TauernsĂŒdseite schwĂ€cht außerdem schattseitig ein Altschneeproblem (kantige Formen unter einem Harschdeckel) das Schneedeckenfundament, weil die geringeren Schneehöhen hier die aufbauende Schneeumwandlung begĂŒnstigt haben. Diese wurden vom Neuschnee, oft in Form von neuem Triebschnee zugedeckt! Frischer, störanfĂ€lliger Triebschnee hat sich auch in den bisher eher schneearmen Hochlagen des steirischen Randgebirges gebildet.

WETTER:
Im Nordstaugebiet haben die SchneefĂ€lle Samstagnachmittag etwas nachgelassen, ab Samstagabend ziehen jedoch mit stĂŒrmischem Nordwestwind weitere Schneeschauer ĂŒber die Nordalpen und Niederen Tauern. Die NeuschneezuwĂ€chse betragen bis Sonntagmittag abermals 20-40cm. Die Schneefallgrenze schwankt zwischen 400 und 1.000m, sodass in tieferen Lagen vorĂŒbergehend auch Regen fallen kann. Die Temperaturen liegen in 2.000m bei -8 Grad, in 1.500m bei -5 Grad und in 1.000m bei -1 Grad.

TENDENZ:
Aus heutiger Sicht hĂ€lt die Nordstau-Wetterlage bis kommenden Freitag an. Auch wenn die NiederschlĂ€ge geringer ausfallen dĂŒrften als zuletzt, erschweren die schlechten Sichtbedingungen eine EinschĂ€tzung der Lawinengefahr sowie Lawinensprengungen.

Der nÀchste Lagebericht wird Sonntag bis 07:30 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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