Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Donnerstag, den 10.01.2019
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 5
Nordalpen Mitte: 5
Nordalpen Ost: 5
Niedere Tauern Nord: 4
Niedere Tauern SĂŒd: 3
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 3
Randgebirge West: 2
Randgebirge Ost: 3

Problem1: Triebschnee, GanztÀgig
Problem2: Altschnee, GanztÀgig

SCHLAGZEILE:
Teilweise sehr große Lawinengefahr (Stufe 5)! Viel Triebschnee ? in den tiefen Lagen Gleitschneeproblem!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Vom Dachstein ĂŒber das Tote Gebirge bis zum Hochschwab bleibt in den nĂ€chsten Stunden die Lawinengefahr sehr groß. Mit dem weiteren Neuschneezuwachs bleibt die LawinenaktivitĂ€t bestehen. WĂ€hrend des Niederschlagsereignisses lösen sich aus steilem Fels- und SchrofengelĂ€nde spontan Lockerschneelawinen und Schneebrettlawinen, die mittlerweile beachtliche GrĂ¶ĂŸen erreichen können (GrĂ¶ĂŸe 4). In den sĂŒdlichen Gebirgsgruppen herrscht erhebliche oder mĂ€ĂŸige Lawinengefahr. Als ein weiteres Problem kommt jetzt in den tiefen und mittleren Lagen auch die GleitschneeaktivitĂ€t dazu. Dadurch können exponierte Straßen betroffen sein. SĂŒdlich der Mur- MĂŒrzfurche herrscht erhebliche und mĂ€ĂŸige Lawinengefahr. Hier liegt ein Altschneeproblem vor. Es reicht eine geringe Zusatzbelastung aus, um ein Schneebrett auslösen zu können. Besonders betroffen ist der Nord- und Ostsektor oberhalb der Baumgrenze.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Die prognostizierten Neuschneemengen sind zum Dachstein ĂŒber das Tote Gebirge bis zum Hochschwab eingetroffen. In den letzten 24 Stunden sind in den Nordstaugebieten 80 ? 140cm Neuschnee gefallen, stellenweise sogar mehr. Der Sturm hat den Schnee ordentlich verfrachtet. Dieser Triebschnee liegt auf einer kalten, oft pulvrigen Schneeschicht. Die Verbindung dieser Schichten wird als sehr gering beurteilt. In den Niederen Tauern nehmen die SchneemĂ€chtigkeiten ab. In den sĂŒdlichen Gebirgsgruppen ist der Schneedeckenaufbau weiterhin störanfĂ€llig. Kantige Formen unter einem Harschdeckel schwĂ€chen das Schneedeckenfundament (Altschneeproblem).

WETTER:
Die Nordströmung hĂ€lt an. Es schneit immer wieder, am meisten im Toten Gebirge, den Eisenerzer Alpen und in der Hochschwabregion. Bis in die erste NachhĂ€lfte werden nochmals bis zu 50cm Neuschnee erwartet. Die Temperaturen in 2000m liegen bei -11 Grad. Der Wind weht stark bis stĂŒrmisch aus Nordwest. In der Nacht beruhigt sich die Wettersituation und es hört zu schneien auf. Am Freitag kurze Wetterbesserung.

TENDENZ:
FĂŒr Freitag wird eine leichte Entspannung der Lawinensituation erwartet.

Der nÀchste Lagebericht wird Donnerstag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Arnold Studeregger

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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