Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Freitag, den 11.01.2019
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 4
Nordalpen Mitte: 4
Nordalpen Ost: 4
Niedere Tauern Nord: 4
Niedere Tauern SĂŒd: 3-4 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 3
Randgebirge West: 2
Randgebirge Ost: 3

Problem1: Triebschnee,
Problem2: Gleitschnee, Tiefere Lagen

SCHLAGZEILE:
Große Lawinengefahr in den Nordalpen und den Niederen Tauern!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Mit Nachlassen der NiederschlĂ€ge geht die Lawinengefahr kurzzeitig etwas zurĂŒck. In den Nordalpen und den Niederen Tauern herrscht aber immer noch große Lawinengefahr! In den sĂŒdlichen Gebirgsgruppen herrscht erhebliche oder mĂ€ĂŸige Lawinengefahr. Das Hauptproblem ist Triebschnee in allen Expositionen, der sich in den letzten Tagen gebildet hat. Aus steilem Fels- und SchrofengelĂ€nde lösen sich immer noch spontan oder durch geringe Zusatzbelastung große und sehr große Schneebrettlawinen, die auch exponierte Verkehrswege gefĂ€hrden. In den tiefen und mittleren Lagen nimmt auf GrashĂ€ngen und in lichten WĂ€ldern die GleitschneeaktivitĂ€t zu. SĂŒdlich des Alpenhauptkammes liegt ein Altschneeproblem vor. Hier können Schneebrettlawinen durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Besonders betroffen ist der Nord- und Ostsektor oberhalb der Baumgrenze.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Seit Freitag FrĂŒh haben die SchneefĂ€lle nachgelassen, die Schneelast steigt derzeit also nicht mehr so stark an wie in den vergangenen Tagen. Wie prognostiziert hat es Donnerstag bis Freitag FrĂŒh im Nordstau geschneit, der Wind hat aber ein wenig nachgelassen. Die 24-Stunden Neuschneesumme liegt in den Bergen bei etwa 50cm und die Gesamtschneehöhen befinden sich fĂŒr die Jahreszeit auf Rekordniveau. Innerhalb der Triebschneeauflage der letzten Tage befinden sich Schwachschichten (lockerer Neuschnee), dieser Teil der Schneedecke ist sehr instabil. Das wurde aktuell auch durch den Abgang einer sehr großen Lawine vom Tamischbachturm auf die Ennstal-Bundestraße bestĂ€tigt. In mittleren und tiefen Lagen nimmt Schneegleiten auf glattem Untergrund (WiesenhĂ€nge, LaubwĂ€lder) zu, wodurch die GleitschneelawinenaktivitĂ€t ansteigt. In den sĂŒdlichen Gebirgsgruppen mit geringerer SchneemĂ€chtigkeit schwĂ€chen kantige Formen unter einem Harschdeckel das Schneedeckenfundament (Altschneeproblem).

WETTER:
Ab Freitag FrĂŒh beruhigt sich das Wetter und am Nachmittag lĂ€sst sich im gesamten Bergland die Sonne blicken. Der Nordwestwind bleibt lebhaft, die Temperaturen liegen in 2000m bei etwa -12 Grad. Am Abend erreicht uns eine Warmfront, es setzt erneut Schneefall ein und der Wind wird wieder stĂŒrmisch.

TENDENZ:
Die Schneedecke setzt sich weiter, neuerliche SchneefÀlle lassen allerdings keine nachhaltige Entspannung der Lawinengefahr zu.

Der nÀchste Lagebericht wird Freitag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Andreas Gobiet

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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