Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Freitag, den 18.01.2019
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 1500m
Nordalpen Mitte: 2-3 1500m
Nordalpen Ost: 2-3 1500m
Niedere Tauern Nord: 2-3 1500m
Niedere Tauern SĂŒd: 2-3 1500m
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 2-3 1500m
Randgebirge West: 2-3 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 2-3 Waldgrenze

Problem1: Triebschnee, GanztÀgig
Problem2: Gleitschnee, GanztÀgig

SCHLAGZEILE:
Erhebliche Lawinengefahr durch störanfÀlligen Triebschnee, anhaltende GleitschneeaktivitÀt bei anfÀnglich schlechten Sichtbedingungen!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In der Steiermark herrscht verbreitet in mittleren und hohen Lagen erhebliche, darunter mĂ€ĂŸige Lawinengefahr. Gefahrenbereiche bilden Ă€ltere und stellenweise auch frische, störanfĂ€llige Triebschneebereiche, die sich mit dem stĂŒrmischen Wind der letzten Tage bis in Waldbereiche ablagerten. Sie finden sich vornehmlich in west- ĂŒber nord- bis ostexponierten Rinnen und Mulden sowie hinter GelĂ€ndekanten, in höheren Lagen sind auch weitreichendere Leebereiche betroffen. Eine Schneebrettlawine kann bereits durch die geringe Zusatzbelastung eines Tourengehers ausgelöst werden. In den scheeĂ€rmeren, sĂŒdlichen Regionen verschĂ€rft sich mit frischem Triebschnee das vorherrschende Altschneeproblem. Trotz TemperaturrĂŒckganges besteht weiterhin die Gefahr durch Gleitschneelawinen, die in allen Höhenlagen aus steilen Hangbereichen jederzeit spontan abgehen können. Gefahrenzeichen hinsichtlich Triebschneeproblematik, wie bspw. WummgerĂ€usche und Rissbildungen als auch die Gleitschneeproblematik betre ffend (geöffnete FischmĂ€uler) mĂŒssen unbedingt beachtet und bewertet werden!

SCHNEEDECKENAUFBAU:
In AbhĂ€ngigkeit der StĂ€rke der ErwĂ€rmung und der Einstrahlung konnte sich die sehr unregelmĂ€ĂŸig verteilte Schneedecke in den letzten zwei Tagen unterschiedlich setzten und stabilisieren. In vielen Schattseiten ist die windbeeinflusste Schneedecke jedoch noch Ă€ußerst störanfĂ€llig, Schwachschichten innerhalb der Triebschneeauflage sind kĂ€ltebedingt konserviert und können leicht gestört werden. In den sĂŒdlichen Gebirgsgruppen schwĂ€chen kantige Formen die Schneedecke und stellen eine schlechte Unterlage fĂŒr den frischen Triebschnee dar (Altschneeproblem). In windarmen, kalten Bereichen bildete sich ausstrahlungsbedingt OberflĂ€chenreif, der in weiterer Folge durch Trieb- und Neuschnee ĂŒberdeckt und somit störanfĂ€llig wird. In sonnseitigen Lagen entsteht oberflĂ€chig ein unterschiedlich ausgeprĂ€gter Harschdeckel. Trotz AbkĂŒhlung existiert in allen Höhenlagen ein bodennaher Schmierfilm, der fĂŒr anhaltende GleitschneeaktivitĂ€t sorgt.

WETTER:
In der Nacht auf den morgigen Freitag wird es in der gesamten Steiermark schneien. WĂ€hrend die SchneefĂ€lle im SĂŒden noch am Vormittag abklingen, und es in den westlichen und sĂŒdlichen Gebirgsgruppen auch auflockert, kann es in den östlichen Nordalpen noch bis zum Abend unergiebig weiterschneien. Insgesamt fallen die Mengen mit 15 bis 20 cm von den Gurktaler Alpen bis zum Koralpengebiet voraussichtlich am ergiebigsten aus. Der Wind weht tagsĂŒber stĂŒrmisch aus nordwestlichen Richtungen und lĂ€sst erst gegen Abend nach. Die Temperaturen liegen mit Mittagswerten um -8 Grad in 1500m und -12 Grad in 2000m auf winterlichem Niveau.

TENDENZ:
Der Samstag verlÀuft bei einem Wechselspiel aus wolkigen und sonnigen Phasen niederschlagsfrei. Die Mittagstemperaturen liegen bei windschwachen VerhÀltnissen in 2000m um -12 Grad. Im Hinblick auf die Lawinengefahr gilt es weiterhin den Triebschnee sowie die GleitschneeaktivitÀt zu beachten.

Der nÀchste Lagebericht wird Freitag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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