Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht f√ľr die Steiermark f√ľr Mittwoch, den 13.02.2019
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 3
Nordalpen Mitte: 3
Nordalpen Ost: 3
Niedere Tauern Nord: 3
Niedere Tauern S√ľd: 3
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 2
Randgebirge West: 2
Randgebirge Ost: 2

Problem1: Triebschnee, Ganztägig
Problem2: Gleitschnee, Ganztägig

SCHLAGZEILE:
Frischer, schlecht bindender Triebschnee und weiterhin rege Gleitschneeaktivität! Erhebliche Lawinengefahr!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Im Laufe des aktuellen Niederschlagsereignisses haben sich frische Triebschneeansammlungen in allen Hangexpositionen gebildet. Die Gefahrenstellen sind weit verbreitet, aber eher kleinräumig verteilt (hinter Geländekanten, Randbereiche von Rinnen und Mulden) und können bis unter die Waldgrenze reichen. Eine Schneebrettauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung wahrscheinlich, aber auch Selbstauslösungen von trockenen Schneebrettern oder großen Lockerschneelawinen sind möglich. Außerdem muss nach wie vor mit teils großen Gleitschneelawinen auf steilen Wiesenhängen gerechnet werden, die exponierte Verkehrswege erreichen können.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Von Beginn des Niederschlagsereignisses am Sonntagabend sind in den Nordalpen bis zu einem Meter und in den Tauern bis zu 40 Zentimeter Neuschnee gefallen, an der Alpens√ľdseite waren es bis zu 30 Zentimeter. Der Wind erreichte Orkanst√§rke (bis zu 170km/h), es kam und kommt weiterhin zu umfangreichen Schneeverfrachtungen. Der frische Triebschnee wurde auf der verharschten, in tieferen Lagen sulzigen Altschneedecke, sowie in gesch√ľtzteren Lagen auf Oberfl√§chenreif abgelagert, je nach Windeinfluss wechseln gebundene mit weicheren Schneeschichten und Graupel. In den schnee√§rmeren, alpens√ľdseitigen Gebirgsregionen bildete sich eine d√ľnne Triebschneeauflage, hier schw√§cht zus√§tzlich Schwimmschnee in Bodenn√§he das Schneedeckenfundament. Unabh√§ngig von der Abk√ľhlung gleitet die Schneedecke auf glatten Untergr√ľnden weiter, insbesondere sonnseitig und in H√∂henbereichen unterhalb von etwa 1.700m.

WETTER:
Die nordwestliche Str√∂mung wird am Mittwoch langsam schw√§cher, zudem setzt sich allm√§hlich wieder mildere Luft durch. Vor allem im Nordosten halten sich dabei noch dichtere Wolken und bis etwa Mittag sind beispielsweise in der Hochschwabregion noch Schneeschauer und starker Wind m√∂glich. Von Westen her wird der Hochdruckeinfluss aber zunehmend st√§rker und die sonnigen Abschnitte im Tagesverlauf immer h√§ufiger. Der orkanartige Wind aus Nordwest nimmt an Intensit√§t langsam ab, bleibt aber noch st√ľrmisch. Die Temperaturen liegen zu Mittag in 2.000m bei -5 Grad und in 1.500m bei -3 Grad.

TENDENZ:
Am Donnerstag ziehen vormittags noch dichtere Wolkenfelder durch, vor allem im √∂stlichen Bergland kann der Sonnenschein etwas eingeschr√§nkt sein. Ab Mittag gibt es dann im gesamten Bergland √ľberwiegenden Sonnenschein. Bei lebhaftem Nordwestwind wird es in allen H√∂hen noch milder. Mit der Erw√§rmung nimmt die Schneebrettgefahr durch den noch kalten Triebschnee nur langsam ab, die Gefahr von Gleitschneelawinenbleibt hingegen bleibt erhalten.

Der nächste Lagebericht wird Mittwoch bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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