Lawinenlagebericht

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Donnerstag, den 14.02.2019
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-3 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-3 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-3 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-3 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 1-3 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 1-2 Waldgrenze

Problem1: Triebschnee, GanztÀgig
Problem2: Gleitschnee, GanztÀgig

SCHLAGZEILE:
Die StöranfÀlligkeit des letzten Triebschnees nimmt ab, erhebliche Schneebrettgefahr herrscht vor allem an schattseitigen SteilhÀngen oberhalb der Waldgrenze. Sonnseitig sind wieder vermehrt Locker- und Gleitschneelawinen möglich!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Im Zuge des vergangenen Niederschlagsereignisses hatten sich frische Triebschneeansammlungen in allen Hangexpositionen gebildet. Wegen dem Fehlen großflĂ€chiger Schwachschichten und den steigenden Temperaturen sind die Gefahrenstellen eher kleinrĂ€umig vor allem noch im schattseitigen SteilgelĂ€nde verteilt (etwa hinter GelĂ€ndekanten, im Randbereich von Rinnen und Mulden) und aufgrund der Windzeichen gut sichtbar. Eine Schneebrettauslösung ist bei geringer Zusatzbelastung möglich. DarĂŒber hinaus sind Selbstauslösungen von großen Lockerschneelawinen möglich. Außerdem muss mit verstĂ€rkter GleitschneelawinenaktivitĂ€t gerechnet werden, große Lawinen können dabei exponierte Verkehrswege erreichen.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Von Beginn des Niederschlagsereignisses am Sonntagabend sind in den Nordalpen bis zu einem Meter und in den Tauern bis zu 40 Zentimeter Neuschnee gefallen, an der AlpensĂŒdseite waren es bis zu 30 Zentimeter. Der Wind erreichte OrkanstĂ€rke (bis zu 170km/h), Grate und luvseitige Hangzonen wurden abgeblasen, es kam zu umfangreichen Schneeverfrachtungen auch bis unter die Waldgrenze. Mit der ErwĂ€rmung setzt sich der Schnee nun sonnseitig rasch, schattseitig jedoch noch etwas verzögert. Damit geht auch die StöranfĂ€lligkeit des letzten Triebschnees wieder deutlich zurĂŒck. AlpensĂŒdseitig war die Neu- und Triebschneeauflage eher gering, hier kann allerdings Schwimmschnee in BodennĂ€he das Schneedeckenfundament schwĂ€chen. Außerdem begĂŒnstigt das Gewicht des Neuschnees sowie der Wassereintrag des Schmelzvorganges das Gleiten der Schneedecke, insbesondere sonnseitig und in Höhenbereichen unterhalb von etwa 1.700m.

WETTER:
Am Donnerstag ziehen vormittags noch dichtere Wolkenfelder durch, vor allem im östlichen Bergland kann der Sonnenschein etwas eingeschrĂ€nkt sein. Ab Mittag gibt es dann im gesamten Bergland ĂŒberwiegenden Sonnenschein. Bei lebhaftem Nordwestwind wird es in allen Höhen noch milder. Die Temperaturen liegen zu Mittag in 2.000m bei -1 Grad und in 1.500m bei +1 Grad.

TENDENZ:
Am Freitag herrscht ausgezeichnetes Bergwetter. Bei meist wolkenlosem Himmel ist die Fernsicht ausgezeichnet. Der Nordwest- bis Westwind ist schwach, nur am Alpenostrand noch lebhaft, die Temperaturen steigen in 2.000m auf +1 Grad und in 1.500m auf +2 Grad. Ab Samstag stellt sich eine frĂŒhlingshafte Hochdruckphase mit kaum Wolken, wenig Wind und milden Temperaturen eine, welche knapp eine Woche anhalten dĂŒrfte.
Mit der ErwÀrmung nimmt die Schneebrettgefahr weiter ab, die Gefahr von Gleit-, in weiterer Folge auch Nassschneelawinen steigt hingegen an! Tagesgang der Lawinengefahr!

Der nÀchste Lagebericht wird Donnerstag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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