Lawinenprognosebericht

Lawinenprognosebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Donnerstag, den 08.03.2018
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-2 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 1-2 Waldgrenze

Problem1: Triebschnee,
Problem2: Altschnee,

SCHLAGZEILE:
Durch etwas Neuschnee und Nordwestwind frischen Triebschnee oberhalb der Waldgrenze beachten!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In der Steiermark herrscht oberhalb der Waldgrenze mĂ€ĂŸig Lawinengefahr. Die Hauptgefahr geht von frischem Triebschnee aus, der sich in AbhĂ€ngigkeit der Neuschneemengen und der Einwirkung des Nordwestwindes leeseitig entsteht. Ältere Triebschneepakete existieren vereinzelt auch noch nord- und nordwestseitig. Die Gefahrenstellen finden sich vor allem in steilen, kammnahen Einfahrtsbereichen sowie hinter GelĂ€ndekanten (speziell bei ÜbergĂ€ngen von wenig zu viel Schnee). Vereinzelt kann hier bereits durch die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Schifahrers eine Schneebrettauslösung erfolgen. Mit der Einstrahlung können bestehende Wechten spontan brechen. Aus steilen, sonnseitigen HĂ€ngen kann die Neuschneeauflage von selbst als Lockerschneelawine oder Nassschneerutsch abgehen. Anwachsende SchneemĂ€uler weisen auf eine ansteigende GleitschneeaktivitĂ€t hin, diese sollten gemieden werden!

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Am Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag gibt es auf den Bergen verbreitet etwas Neuschnee (bis ca. 15cm). Dieser lagert sich auf eine Schneedecke ab, die von den wechselnden Wind- und TemperaturverhĂ€ltnissen der letzten Tag geprĂ€gt ist. KĂ€mme, Gipfel und Plateaus wurden abgeblasen, in allen Hangbereichen wechselt Ă€lterer, stark verdichteter Pressschnee mit bereits gesetztem Altschnee und weicherem Triebschnee. SĂŒdseitig entstand ein meist tragfĂ€higer Harschdeckel. Am störanfĂ€lligsten sind der frische, leeseitige Triebschnee sowie der gebundene Schnee schattseitig, hier verzögert die fehlende Einstrahlung die Setzung. Schwachschichten sind meist weiche eingelagerte Schneeschichten zwischen Trieb- und Altschnee. Im Altschnee können kantige Formen unter einem Harschdeckel die Schneedecke schwĂ€chen. Dieses durch die vergangene KĂ€lte entstandene Altschneeproblem tritt vorwiegend schattseitig und bei geringen Schneehöhen auf. Sonnseitig wird einstrahlungs- und temperaturbedingt di e Schneedecke angefeuchtet.

WETTER:
Nach einer bewölkten Nacht mit Schneeschauern (die Schneefallgrenze schwankt je nach IntensitĂ€t zwischen 700 und 1100m Höhe) lockert es im Laufe des Donnerstagvormittag rasch auf, letzte Schneeschauer klingen bereits in den frĂŒhen Morgenstunden ab. Der Donnerstag bringt somit ĂŒber weite Strecken sonniges Bergwetter, der anfangs noch teils lebhafte bis starke Nordwestwind (mit Schwerpunkt im Nordosten) lĂ€sst im Tagesverlauf nach. Die Temperaturen steigen in 1500m nach FrĂŒhwerten um -4 Grad bis zum Nachmittag auf leicht positive Werte an, in 2000m nĂ€hern sich die Temperaturen im Tagesverlauf dem Gefrierpunkt.

TENDENZ:
Am Freitag stellt sich sehr sonniges und zunehmend mildes Bergwetter ein. Die Frostgrenze steigt im Tagesverlauf bis gegen 2000m Höhe an. Die Triebschneesituation entspannt sich, Nass- und GleitschneeaktivitĂ€ten mĂŒssen zunehmend beachtet werden.

Der nÀchste Prognosebericht wird Donnerstag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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