Lawinenprognosebericht

Lawinenprognosebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Montag, den 11.12.2017
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 2-3 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 2-3 Waldgrenze
Randgebirge West: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 1-2 Waldgrenze

Problem1: Triebschnee,

SCHLAGZEILE:
Orkanartiger Wind, steigende Temperaturen und Regen ? Ă€ußerst ungĂŒnstige TourenverhĂ€ltnisse!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Oberhalb der Waldgrenze herrscht verbreitet erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3). Seit Freitagnachmittag hat der stĂŒrmische Nordwestwind in Kombination mit dem kalten Neuschnee zu umfangreichen Triebschneeanlagerungen gefĂŒhrt, am Sonntag wurden mit dem raschen Windwechsel auf SĂŒdwest neue Hangzonen eingeweht. Es ist daher in allen Hangrichtungen mit entsprechenden Gefahrenstellen zu rechnen. Kritisch sind vor allem die ÜbergĂ€nge von wenig zu viel Triebschnee, wo die Schwachschichten nicht sehr tief liegen und Schneebrettlawinen daher auch schon durch geringe Zusatzbelastung (bspw. durch einzelner Skifahrer) ausgelöst werden können. Mit dem prognostizierten SĂŒd-Sturm werden viele Hangzonen und Plateaus abgeblasen. Durch das zunehmend hohe Temperaturniveau ? vor allem in Kombination mit Regen ? sind aus steilen Hangzonen auch feuchte Lockerschneelawinen möglich.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Mit dem Windsprung von Nordwest auf SĂŒdwest wurden freie FlĂ€chen abgeblasen, es erfolgte ein rascher Wechsel der Einwehungszonen in die Nord- und Ostsektoren. Der neue Triebschnee wurde wieder in windgeschĂŒtztere Lagen (bspw. in Rinnen, Mulden und hinter GelĂ€ndekanten) verfrachtet und liegt dort spröde und schlecht verbunden auf der verharschten Altschneedecke oder weicheren Schneeschichten, in tieferen Lagen (bspw. freie WaldschlĂ€ge) auch auf einer Reifschicht. Eine Ă€ltere Reifschicht in der der Altschneedecke (kurze Strahlungswetterphase zum Monatswechsel) sowie einige Schmelzharschkrusten bilden derzeit die tieferliegenden Schwachschichten. In den niederschlagsreicheren sĂŒdlichen Gebirgsgruppen kann hingegen der prognostizierte Regen Schwachschichten auflösen.

WETTER:
Über den Ostalpen stellt sich eine SĂŒdstau-Lage ein. Mit stĂŒrmischem Wind gelangen in nĂ€chster Zeit feuchte und wolkenreiche Luftmassen zu uns. Über Nacht zieht es ĂŒberall zu, vereinzelt kann es unergiebig schneien. Am Montag dominieren hohe, rasch durchziehende Wolken, die nördlich der Tauern vorĂŒbergehend auch auflockern. Nennenswerter Niederschlag fĂ€llt meist nur sĂŒdlich der Tauern, insbesondere in den sekundĂ€ren SĂŒdstau-Gebieten von der Turrach ĂŒber die Seetaler Alpe bis zum Randgebirge. Die Schneefallgrenze steigt hier im Tagesverlauf auf ĂŒber 2.000m an. PrĂ€gend ist morgen der Wind, der in den Hochlagen OrkanstĂ€rke erreichen wird. Besonders betroffen sind die nördlichen FöhntĂ€ler der Tauern zum Ennstal sowie die Seetaler Alpe und das Randgebirge! Und die Temperaturen steigen krĂ€ftig an, in 2.000m bis auf +3 Grad.

TENDENZ:
In der Nacht auf Dienstag erreichen der Föhnsturm und die milden Temperaturen ihren Höhepunkt, im Tagesverlauf kĂŒhlt es langsam ab und der Regen geht wieder bis in tiefere Lagen in Schnee ĂŒber. Mit der Setzung der Schneedecke wird sich die Lawinensituation vorerst etwas entspannen, allerdings bildet sich mit dem entstehenden Harschdeckel auf lĂ€ngere Sicht eine neue, potentielle Schwachschicht.

Der nÀchste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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