Lawinenprognosebericht

Lawinenprognosebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Samstag, den 31.03.2018
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 2000m
Nordalpen Mitte: 2-3 2000m
Nordalpen Ost: 2-3 2000m
Niedere Tauern Nord: 3
Niedere Tauern SĂŒd: 3
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 3
Randgebirge West: 2-3 2000m
Randgebirge Ost: 2

Problem1: Triebschnee, Höhere Lagen
Problem2: Nassschnee, Tiefere Lagen

SCHLAGZEILE:
Triebschnee sorgt weiterhin fĂŒr erhebliche Schneebrettgefahr in höheren Lagen, Regen sorgt fĂŒr ein Nassschneeproblem in tieferen Lagen.

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Die Lawinengefahr wird ĂŒber 2000m ĂŒberwiegend mit erheblich, sonst je nach Niederschlagsmengen mit erheblich bis mĂ€ĂŸig beurteilt. Zu beachten ist in erster Linie der Triebschnee in den Hochlagen, der sich mit dem stĂŒrmischen SĂŒdwestföhn im Nordostsektor gebildet hat und sich frisch bildet. Die Triebschneepakete sind vorwiegend in steilen, kammnahen und auch kammfernen Einfahrten, hinter GelĂ€ndekanten sowie in Rinnen und Mulden an den ÜbergĂ€ngen von wenig zu viel Schnee störanfĂ€llig. Es reicht hĂ€ufig die geringe Zusatzbelastung aus um eine Schneebrett auszulösen. In tieferen Lagen ist es in niederschlagsreichen Regionen hingegen der zunehmende Festigkeitsverlust der Schneedecke, der zu einem Nassschneeproblem fĂŒhrt. Aus steilem GelĂ€nde können hier Lockerschneelawinen abgehen bzw. können nasse Lawinen zum Abrutschen gebracht werden. Ebenso hat sich die Wahrscheinlichkeit von Gleitschneelawinen auf WiesenhĂ€ngen erhöht (frische SchneemĂ€uler). Wechten gestalten sich weiterhin instabil und können leicht brechen.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Von Donnerstag auf Freitag gab es auf den Bergen bis zu 20cm Neuschneezuwachs. Mit den warmen Temperaturen und der Einstrahlung wurde die Schneedecke am Donnerstag bis in ca. 2000m angefeuchtet. DarĂŒber sorgte der stĂŒrmische SĂŒdwestwind fĂŒr frische Verfrachtungen. Der Triebschnee lagerte sich auf einer weichen Schneeschicht ab, die eine störanfĂ€llige Schwachschicht darstellt. Weitere Schwachschichten stellen kantige Schichten im Bereich von Schmelzkrusten dar. In tieferen Lagen ist der Schnee feucht bzw. nass und verliert in Gebieten mit Regeneintrag zusĂ€tzlich rasch an Festigkeit. Abgewehte Bereiche gestalten sich in den Hochlagen trotz warmer Lufttemperatur hart.

WETTER:
Weiterhin unbestĂ€ndig zeigt sich das Osterwetter. Nach einer meist bewölkten, milden und großteils niederschlagsfreien Nacht setzten Samstag FrĂŒh von SĂŒdwesten her vermehrt Schauer ein, wobei die Schneefallgrenze zu Beginn noch um 2000m liegt. TagsĂŒber kann es in der gesamten steirischen Bergwelt immer wieder (teils gewittrige) NiederschlĂ€ge geben, die grĂ¶ĂŸten Mengen werden in den westlichen Niederen Tauern und den Gurk- und Seetaler Alpen erwartet. Mit Durchzug einer Kaltfront kĂŒhlt es am Nachmittag langsam ab, womit die Temperaturwerte von ca. +1 Grad in 2000m auf -3 Grad absinken, die Schneefallgrenze liegt am Nachmittag zwischen 1200 und 1600m. Auf den Bergen weht bis Mittag noch starker bis stĂŒrmischer SĂŒdwestwind, am Nachmittag dreht die Strömung auf Nordwest.

TENDENZ:
Am Ostersonntag zeichnet sich Ă€ußerst stĂŒrmisches und wechselhaftes Bergwetter ab, wodurch sich erneut frischer Triebschnee bildet. Die erhebliche Schneebrettgefahr bleibt bestehen.

Der nÀchste Prognosebericht wird Samstag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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