Lawinenprognosebericht

Lawinenprognosebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Montag, den 02.04.2018
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 3
Nordalpen Mitte: 3
Nordalpen Ost: 3
Niedere Tauern Nord: 3
Niedere Tauern SĂŒd: 3
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 3
Randgebirge West: 2
Randgebirge Ost: 2

Problem1: Triebschnee,
Problem2: Nassschnee,

SCHLAGZEILE:
Frischer, störanfĂ€lliger Triebschnee sowie ein im Tagesverlauf rasch zunehmendes Nassschneeproblem fĂŒhren verbreitet zu erheblicher Lawinengefahr!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Die Lawinengefahr wird ĂŒberwiegend mit erheblich beurteilt, nur im Randgebirge mit mĂ€ĂŸig. Zwei Lawinenprobleme sind am Montag vorherrschend: Zum einen existiert Ă€ußerst störanfĂ€lliger Triebschnee, der sich durch den stĂŒrmischen Nordwestwind bis in lichtere Waldbereiche bilden konnte. Die Gefahrenstellen nehmen mit der Höhe zu und existieren dort in sĂ€mtlichen Expositionen. Schneebretter können kammnah und kammfern durch die geringe Zusatzbelastung eines Wintersportlers ausgelöst werden. Über 2200m wurden im Nordostsektor mitunter Ă€ltere Triebschneepakete ĂŒberdeckt. Frischere Triebschneebereiche in tieferen Lagen entspannen sich bereits im Tagesverlauf.
Zudem ist mit der raschen Temperaturzunahme und der Sonneneinstrahlung im Tagesverlauf vermehrt mit spontanen Lawinen aus steilen HĂ€ngen von mittlerer, vereinzelt auch großer GrĂ¶ĂŸe zu rechnen. Die Wahrscheinlichkeit von Gleitschneelawinen auf WiesenhĂ€ngen (die stellenweise bereits schneefrei waren) nimmt wieder zu. Bereits offene SchneemĂ€uler wurden dabei von Schnee ĂŒberdeckt. Frische Wechten werden rasch instabil und können brechen. Eine ĂŒberlegte Spurwahl ist aufgrund der Bedingungen unbedingt erforderlich!

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Der Wintereinbruch in der Nacht auf Ostersonntag brachte in den Nordalpen, den Tauern und den Gurk- und Seetaler Alpen bis zu 45cm Neuschnee, der vom stĂŒrmischen Nordwestwind verfrachtet wurde. Es entstanden somit Triebschneeablagerungen, die sich durch eine Ă€ußerst schlechte Verbindung zum Altschnee sowie durch Schwachschichten innerhalb der gebundenen Schneeauflage (weiche Schichten, Graupel) sehr störanfĂ€llig gestalten. In tieferen Lagen fiel der Neuschnee auf einen warmen, oft schon aperen Boden. Mit zunehmender ErwĂ€rmung und Sonneneinstrahlung wird die Schneedecke rasch angefeuchtet, wodurch sie an Festigkeit verliert bzw. können mit dem Setzungsimpuls bestehende Schwachschichten zum Kollabieren gebracht werden. Windausgesetzte, exponierte Bereiche gestalten sich hart und eisig. In windgeschĂŒtzten, wolkenlosen Bereichen kann sich in der Nacht mitunter OberflĂ€chenreif ausbilden.

WETTER:
In der Nacht auf den Ostermontag treten im Nordstau noch Schneeschauer bis in tiefere lagen auf, weiter sĂŒdlich klart es auf. Bereits in der FrĂŒh beruhigt sich das Wetter mit zunehmendem Hochdruckeinfluss auch im Norden und in der gesamten Steiermark wird es ĂŒberwiegend sonnig. Der Nordwestwind flaut ab und dreht zu Mittag auf SĂŒdwest. Somit wird es deutlich milder, die Temperaturen in 2000m steigen von FrĂŒhwerten um -6 Grad bis zum Abend auf Werte um +3 Grad an! In 1500m werden zu Mittag Werte um +4 Grad erreicht.

TENDENZ:
Das (bis auf ein paar hohe Schichtwolken) ĂŒberwiegend freundliche und frĂŒhlingshaft milde Bergwetter dauert auch am Dienstag an. Die Triebschneesituation entspannt sich weiter, das Nassschneeproblem steht im Vordergrund.

Der nÀchste Prognosebericht wird Montag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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