Lawinenprognosebericht

Lawinenprognosebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Donnerstag, den 14.12.2017
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-2 Baumgrenze
Nordalpen Mitte: 1-2 Baumgrenze
Nordalpen Ost: 1-2 Baumgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-2 Baumgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 1-2 Baumgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Baumgrenze
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee,
Problem2: Gleitschnee,

SCHLAGZEILE:
Frischer Triebschnee, aber auch noch Gleitschneelawinen möglich!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Im Tourenbereich liegen die Gefahrenstellen vor allem in den nord- ĂŒber ost- bis sĂŒdorientierten Hangbereichen oberhalb der Baumgrenze, wo sich der frische Triebschnee abgelagert hat und noch weiter ablagern wird. Der windbeeinflusste Schnee liegt vor allem in Rinnen, Mulden sowie hinter GelĂ€ndekanten. Kritisch sind hier die ÜbergĂ€nge von viel zu wenig verfrachtetem Schnee, also die RĂ€nder der Einwehungszonen. Schlechte Sichtbedingungen erschweren morgen außerdem das Erkennen dieser Gefahrenstellen!
Die an steilen WiesenhÀngen entstandenen SchneemÀuler weisen hingegen auf eine verstÀrkte GleitschneelawinenaktivitÀt hin. Derartige Spalten und Risse sollten gemieden werden.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Der Sturm vom 10. bis 12.12. hat in den Hochlagen freie FlĂ€chen abgeblasen oder mit Pressschnee versehen. Es folgten wĂ€rmere und kĂ€ltere Wetterphasen mit Regen und Schneefall, die feuchte Schneedecke hat sich gesetzt und verharschte oberflĂ€chlich wieder. Die Plateaus der Nordalpen wurden außerdem vereist. Das Wechselspiel aus Temperatur und Niederschlagsart bewirkte – mit Ausnahme der Gleitschneelawinengefahr – vorerst eine Stabilisierung des Schneedeckenfundamentes. UngĂŒnstig wirken sich hingegen die hĂ€ufigen Windrichtungswechsel aus, der entstandene Triebschnee wurde stĂ€ndig umgelagert. Unter dem Harschdeckel ist eine neue Schwachschicht im Entstehen.

WETTER:
Nach dem kurzen heutigen Zwischenhoch dreht die Höhenströmung von SĂŒdwest auf West. Über Nacht zieht es wieder langsam zu, morgen Donnerstag geraten die Gipfel der Nordalpen und nördlichen Niederen Tauern rasch in Wolken und Nebel und es setzt am Vormittag leichter Schneefall ein. Überall sonst wechseln sich Wolken und sonnige Auflockerungen ab. Vor allem entlang des Steirischen Randgebirges sowie vom Hochschwab ostwĂ€rts kann der Westwind stĂŒrmisch werden, sonst ist zumindest mit starkem Wind zu rechnen. Mit der milderen Strömung steigen auch wieder die Temperaturen an: diese liegen zu Mittag in 2.000m bei -5 Grad und in 1.500m bei -2 Grad.

TENDENZ:
Auch der Freitag bleibt auf den Bergen meist trĂŒb, am Vormittag schneit es zeitweise alpennordseitig, am Nachmittag dann in den sĂŒdlicheren Gebirgsgruppen. Ab Samstag stellt sich das Wetter auf Nordstau um: Die Temperaturen gehen markant zurĂŒck und in den nördlichen Gebirgsgruppen schneit es wiederholt. Mit dem vermehrten Triebschneeeintrag und einer zunehmend wirksamen Schwachschicht (kantige Kristalle um die angesprochene Harschschicht) steigt die Schneebrettgefahr!

Der nÀchste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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