Lawinenprognosebericht

Lawinenprognosebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Sonntag, den 17.12.2017
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 Tagesgang
Nordalpen Mitte: 1-2 1600m
Nordalpen Ost: 1-2 1600m
Niedere Tauern Nord: 1-2 1600m
Niedere Tauern SĂŒd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee,
Problem2: Gleitschnee,

SCHLAGZEILE:
Neuschnee und Wind fĂŒhren zu frischem Triebschnee und einem Anstieg der Schneebrettgefahr bei stellenweise schlechten Sichtbedingungen!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In der Steiermark steigt mit Neuschnee und teils stĂŒrmischem Wind stellenweise die Schneebrettgefahr in höheren Lagen an. Am meisten Neuschnee fĂ€llt in den westlichen Nordalpen, hier steigt die Schneebrettgefahr oberhalb der Waldgrenze im Tagesverlauf von mĂ€ĂŸig auf erheblich an. Ansonsten herrscht in höheren Lagen verbreitet mĂ€ĂŸige Lawinengefahr. Die Gefahrenstellen liegen vor allem in den nord- ĂŒber ost- bis sĂŒdorientierten Hangbereichen, wo sich mit stĂŒrmischem Nordwestwind immer wieder frischer Triebschnee ablagert. Vor allem in Rinnen, Mulden sowie hinter GelĂ€ndekanten (also in den Einfahrtsbereichen) kann bei großer, in steileren Bereichen bereits auch bei geringer Zusatzbelastung ein Schneebrett ausgelöst werden. ÜbergĂ€nge von viel zu wenig Schnee sind hier besonders zu beachten. In abgewehten, eisigen Bereichen, die oft mit frischem Schnee ĂŒberdeckt werden, ist zudem die Absturzgefahr nicht außer Acht zu lassen. An steilen HĂ€ngen entstandene SchneemĂ€uler und Risse werden mitunter eingeschneit, was bestehende GleitschneelawinenaktivitĂ€ten erschwert erkennen lĂ€sst. Generell können in den Staulagen schlechte Sichtbedingungen die Gefahrenbeurteilung einschrĂ€nken.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Der Neuschnee, der die letzten Tage unter unterschiedlich starkem Windeinfluss fiel, lagerte sich auf einer verharschten SchneeoberflÀche ab, die sich durch Regen, ErwÀrmung und Föhnsturm in allen Expositionen ausbildete. Diese Schichten sind meist ausreichend miteinander verbunden, nur im steilen GelÀnde kann die Auflage gestört und zum Abrutschen gebracht werden. Kritsch muss der frisch gebildete Triebschnee betrachtet werden. Dieser lagert sich auf der Àlteren Schneeauflage bzw. auf der verharschten SchneeoberflÀche ab, wobei die Bindung untereinander speziell in steilen Bereichen nicht ausreichend ist. Als Schwachschicht kommen Schneeeinlagerungen unterschiedlicher HÀrte bzw. leicht aufgebaute, kantige Kristalle im Bereich der Kruste in Frage. Das Schneedeckenfundament darunter ist meist gut gesetzt und stabil.

WETTER:
In den steirischen Alpen bestimmt weiterhin eine Nordstaulage das Wetter. Somit hĂ€lt sich in den Nordalpen und den nördlichen Tauern den ganzen Sonntag ĂŒber großteils hartnĂ€ckige, oft tief herunterreichende Bewölkung. Die Schneeschauer werden in den Staubereichen gegenĂŒber Samstag (16.12.) hĂ€ufiger und intensiver, am meisten Neuschnee fĂ€llt in den westlichen Nordalpen. SĂŒdlich von Mur und MĂŒrz ist es vermehrt aufgelockert, sonnig und trocken. Der Nordwestwind bleibt lebhaft bis stĂŒrmisch und nimmt im Tagesverlauf zu. Die Temperaturen gestalten sich wieder winterlich mit Mittagswerten in 1500m um -8 Grad, in 2000m um -11 Grad.

TENDENZ:
Am Montag zu Beginn noch Nordwestwetter mit Schneeschauern und starkem Wind im Norden sowie Auflockerungen und Sonne im SĂŒden. TagsĂŒber AbschwĂ€chung von NiederschlĂ€gen und Wind sowie aufziehende Bewölkung aus Westen. An der Lawinensituation Ă€ndert sich vorerst kaum etwas!

Der nÀchste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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