Lawinenprognosebericht

Lawinenprognosebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Montag, den 18.12.2017
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 2
Nordalpen Ost: 2
Niedere Tauern Nord: 2
Niedere Tauern SĂŒd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 1-2 Waldgrenze
Randgebirge West: 1
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee,

SCHLAGZEILE:
Frischer Triebschnee fĂŒhrt in höheren Lagen stellenweise zu erheblicher Lawinengefahr!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In der Steiermark herrscht in den westlichen Nordalpen oberhalb der Waldgrenze erhebliche Schneebrettgefahr, in den restlichen Nordalpen sowie in den nördlichen Niederen Tauern mĂ€ĂŸige Lawinengefahr. Die Gefahrenstellen liegen vor allem in den nordost- ĂŒber ost- bis sĂŒdorientierten Hangbereichen, wo sich mit starkem stĂŒrmischem Nordwestwind in den neuschneereichen Regionen speziell oberhalb der Waldgrenze immer wieder frischer Triebschnee abgelagert hat. Vor allem in Rinnen, Mulden sowie hinter GelĂ€ndekanten (also in den Einfahrtsbereichen) kann speziell in steileren Zonen bereits bei geringer Zusatzbelastung ein Schneebrett ausgelöst werden. ÜbergĂ€nge von viel zu wenig Schnee sind hier besonders zu beachten. In abgewehten, eisigen Bereichen, die oft mit frischem Schnee ĂŒberdeckt werden, ist weiterhin die Absturzgefahr nicht außer Acht zu lassen. In neuschneereichen Regionen können sich aus felsigem GelĂ€nde kleine Lockerschneelawinen lösen. Stellenweise erschweren schlechte SichtverhĂ€ ltnisse die Gefahrenbeurteilung.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Wie prognostiziert hat es im Nordstau Neuschneezuwachs gegeben, am meisten im Toten Gebirge. Kaum etwas bekamen die sĂŒdlichen Tauern bzw. sĂŒdöstlichen Nordalpen ab. Der Schnee fiel schauerförmig, war oft mit Graupel durchsetzt und unterschiedlich starkem Windeinfluss ausgesetzt. Er lagerte sich somit auf einer geringmĂ€chtigen, Ă€lteren Schneeschicht ab, die auf einer verharschten SchneeoberflĂ€che aufliegt. Die Verbindung zwischen Triebschnee und Altschnee ist in windbeeinflussten Lagen oft nicht ausreichend! Ablagerungen auf der verharschten OberflĂ€che, die sich durch Regen, ErwĂ€rmung und Föhnsturm in allen Expositionen ausbildete, sind meist besser untereinander verbunden, nur im steilen GelĂ€nde kann die Auflage gestört und zum Abrutschen gebracht werden. In windgeschĂŒtzten Bereichen existiert eine lockere, pulvrige Schneeauflage. Das Schneedeckenfundament unter dem Harschdeckel ist (bis auf hochgelegene, steile, schattige Bereiche) meist gut gesetzt und stabil.

WETTER:
Sonntagabend und in der Nacht auf Montag (18.12.) intensivieren sich die oft mit Graupel durchsetzten Schneeschauer in den Nordalpen (Staugebieten) wieder etwas. Bis Montagmittag bleibt es hier im Bergland meist dicht bewölkt, der Schneefall lĂ€sst aber bereits am Vormittag deutlich nach. In den sĂŒdlichen Regionen bleibt es trocken und weitaus freundlicher. Am Nachmittag lösen sich mit trockenen Luftmassen aus Norden auch in den Staubreichen die Wolken allmĂ€hlich auf. Der Nordwestwind ist in der Nacht auf Montag und Montagvormittag noch lebhaft bis stĂŒrmisch, lĂ€sst aber bis Mittag deutlich nach. Das Temperaturniveau bleibt gedĂ€mpft mit Werten um -12 Grad in 2000m und -9 Grad in 1500m.

TENDENZ:
Am Dienstag herrschen ĂŒberwiegen freundliche und trockenere Wetterbedingungen, an der Lawinensituation Ă€ndert sich wenig.

Der nÀchste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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