Lawinenprognosebericht

Lawinenprognosebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Samstag, den 30.12.2017
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2-3 1600m
Nordalpen Mitte: 2-3 1600m
Nordalpen Ost: 2-3 1600m
Niedere Tauern Nord: 2-3 1600m
Niedere Tauern SĂŒd: 2-3 1600m
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 2-3 1600m
Randgebirge West: 2-3 1600m
Randgebirge Ost: 2-3 1600m

Problem1: Triebschnee,

SCHLAGZEILE:
Erhebliche Schneebrettgefahr durch Triebschnee!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den höheren Lagen herrscht in der gesamten Steiermark erhebliche Lawinengefahr, in tieferen Lagen ist die Lawinengefahr mĂ€ĂŸig. Durch Neuschnee und starkem Nordwestwind haben sich zahlreiche Gefahrenstellen gebildet. Besonders betroffen sind Einfahrtsbereiche von Rinnen und Mulden, leeseitige HĂ€nge hinter GelĂ€ndekuppen und generell die Expositionen Nord, Ost und SĂŒd. Die Anzahl der Gefahrenstellen nimmt mit der Höhe zu, insbesondere OsthĂ€nge sollten derzeit gemieden werden. Schneebrettlawinen können schon durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Mit dem prognostizierten Regen steigt am Nachmittag die Gefahr von Lockerschneelawinen, insbesondere im Bereich steiler Wegböschungen sowie steiler WaldhĂ€nge.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Im Zuge der Niederschlagsereignisse vom Mittwoch (27.12.) und Donnerstag auf Freitag (28.-29.12.) fielen entlang der Nordalpen bis zu 70cm kalter Neuschnee auf eine gesetzte, oberflĂ€chlich verharschte, in tiefen Lagen auch feuchte Altschneedecke. In den ĂŒbrigen Gebirgsgruppen waren die NeuschneezuwĂ€chse geringer. Der Schneefall war ĂŒberall von zeitweise starkem Nordwestwind begleitet, es kam zu umfangreichen Verfrachtungen und Wechtenbildungen. Der Freitag war zwar zunehmend sonnig, aber windig und zu kalt fĂŒr eine nachhaltige Setzung. FĂŒr Tourengeher ist derzeit vor allem von frischem Triebschnee ĂŒberdeckter, lockerer Neuschnee gefĂ€hrlich.

WETTER:
Über Nacht zieht es von Nordwesten her wieder zu, der Samstag wird zunehmend unbestĂ€ndig, windig und wieder deutlich milder. Am Morgen und Vormittag reichen die Schneeschauer noch bis in tiefe Lagen, mit einer Warmfront steigt die Schneefallgrenze mit lebhaftem Westwind gegen Abend auf 1.000 bis 1.500m Höhe an. Die meisten NiederschlĂ€ge sind in den westlichen Nordalpen zu erwarten, kaum regnen oder schneien wird es hingegen entlang des Randgebirges. Der auf den Bergen anfangs noch mĂ€ĂŸig starke Nordwestwind dreht stĂ€rker werdend auf West und erreicht bis zum Abend SturmstĂ€rke. Die Temperaturen steigen in 2.000m von -8 Grad auf 0 Grad, in 1.500m von -4 Grad auf +1 Grad.

TENDENZ:
In der Nacht auf Silvester ist mit Regen bis in die Hochlagen zu rechnen. Am Silvestertag bessert sich das Wetter nur langsam. Im Gebirge wird es dabei sehr mild mit Temperaturen bis +7 Grad in 2.000m. Die ErwÀrmung beschleunigt einerseits die Setzung der Schneedecke, damit können Schwachschichten abgebaut werden. Anderseits steigt durch den weiteren Regeneintrag in den kalten Neuschnee die Gefahr von spontanen Lawinen an.

Der nÀchste Prognosebericht wird Samstag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt fĂŒr Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice fĂŒr die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at