Lawinenprognosebericht

Lawinenprognosebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Mittwoch, den 03.01.2018
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 3
Nordalpen Mitte: 3
Nordalpen Ost: 3
Niedere Tauern Nord: 3
Niedere Tauern SĂŒd: 2-3 1800m
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 2-3 1900m
Randgebirge West: 2
Randgebirge Ost: 2

Problem1: Triebschnee,

SCHLAGZEILE:
Äußerst ungĂŒnstige Tourenbedingungen mit schlechter Sicht, Sturm und Triebschnee auf schlecht bindender Unterlage!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den Nordalpen und Niederen Tauern steigt die Schneebrettgefahr im Tagesverlauf auf erheblich an. Mit den anfangs noch geringen Neuschneemengen auf dem schlecht bindenden Harsch- oder Eisdeckel besteht im SteilgelĂ€nde Absturzgefahr! Mit der Warmfront ĂŒber Mittag nehmen die Schneemengen und damit die Gefahrenstellen durch frischen Triebschnee zu, in tieferen Lagen sind dann außerdem kleine Nassschneerutsche möglich. Am Nachmittag und Abend ist mit weiteren Einfrachtungen von wieder kĂ€lterem Schnee zu rechnen. FĂŒr die sĂŒdlichen Gebirgsgruppen wird nur wenig Neuschnee erwartet, allerdings entstehen durch den stĂŒrmischen Wind auch hier neue Triebschneezonen.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Mit dem stĂŒrmischen Wind werden Gipfel, Grate, Hochplateaus sowie westzugewandte HĂ€nge abgeblasen. Mit dem Neuschnee entstehen somit frische Triebschneeablagerungen an windabgewandten Hangzonen. Die Verfrachtungen können dabei bis in die Waldgebiete herabreichen. Der Schnee wird in den Hochlagen auf einer verharschten bis eisigen Altschneedecke abgelagert und bindet dort schlecht. Mögliche Schwachschichten fĂŒr Schneebrettlawinen gibt es vor allem in Form von ĂŒberwehtem Pulverschnee oder Graupel, spĂ€ter je nach Windeinfluss in Form spröderer und weicherer Schneeschichten. In tieferen Lagen ist die Verbindung zum leicht feuchten Bruchharsch vorerst besser.

WETTER:
Nach kurzen Auflockerungen am Abend zieht es ĂŒber Nacht wieder zu und es setzt Schneefall ein. Turbulent gestaltet sich der Mittwoch: Eine Kaltfront folgt einer Warmfront, die Gipfel stecken im Nebel, bei stĂŒrmischem Westwind (der zum Teil OrkanstĂ€rke erreichen wird) schneit, graupelt oder regnet es wiederholt, die Schneefallgrenze wechselt zwischen 600 und 1.100m. Der meiste Neuschnee, bis zu knapp einem halben Meter, wird zwischen Dachstein und Totem Gebirge erwartet. In den sĂŒdlichen Gebirgsgruppen ist die NiederschlagsaktivitĂ€t hingegen nur gering, der stĂŒrmische Wind lockert hier die Wolken zeitweise auf. Die Temperaturen schwanken in 2.000m bei -2 Grad und -6 Grad, in 1.500m bei -1 Grad und -3 Grad.

TENDENZ:
Am Donnerstag schneit es an der Alpennordseite tagsĂŒber zweitweise, bis zum Abend wieder stĂ€rker. Die Temperaturen und damit die Schneefallgrenze steigen etwas an. Der Umfang der Gefahrenstellen durch Triebschnee nimmt zu, die Schneeauflagen werden mĂ€chtiger, die Schneebrettgefahr steigt an.

Der nÀchste Prognosebericht wird Mittwoch bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Alexander Podesser

Email: lawine@lawine-steiermark.at

Zentralanstalt fĂŒr Meteorologie und Geodynamik
Kundenservice fĂŒr die Steiermark
8053 Graz, Klusemannstraße 21
Tel.: 0316/242200 , Fax: 0316/242300
www.zamg.ac.at