Lawinenprognosebericht

Lawinenprognosebericht fĂŒr die Steiermark fĂŒr Sonntag, den 25.02.2018
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 2
Nordalpen Mitte: 2
Nordalpen Ost: 2-3 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 2
Niedere Tauern SĂŒd: 2-3 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen: 2
Randgebirge West: 2-3 Waldgrenze
Randgebirge Ost: 2

Problem1: Triebschnee,

SCHLAGZEILE:
Triebschnee in untypischen Bereichen fĂŒhrt in einigen Regionen zu erheblicher Lawinengefahr oberhalb der Waldgrenze!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
Oberhalb der Waldgrenze herrscht im westlichen Randgebirge, in den sĂŒdlichen Niederen Tauern und in den Nordalpen Ost erhebliche Lawinengefahr. Unterhalb der Waldgrenze und in den ĂŒbrigen Regionen ist die Lawinengefahr mĂ€ĂŸig. Kritisch sind derzeit kammnahe Bereiche der Expositionen Nordwest bis SĂŒd, wohin der Ost- und Nordwind, störanfĂ€lligen Triebschnee verfrachtet hat. Insbesondere direkt oberhalb der Waldgrenze liegt dieser Triebschnee auf einer instabilen Schwachschicht und kann schon bei geringer Zusatzbelastung als Schneebrettlawine ausgelöst werden. Da derzeit ungewohnte Bereiche mit Triebschnee beladen sind, ist es wichtig auf Tour die Windzeichen eigenstĂ€ndig lesen und die Gefahrenstellen erkennen zu können.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Von Dienstag bis Freitag sind in den steirischen Bergen bis zu 50 cm Neuschnee gefallen. Der Niederschlagsschwerpunkt lag im Bereich der Koralpe, aber auch die östlichen Niederen Tauern, die Nordalpen Ost und das östliche Randgebirge haben einigen Neuschnee abbekommen. Der kalte Schnee ist zunĂ€chst ohne Wind gefallen und wurde dann seit Donnerstag durch mĂ€ĂŸigen bis lebhaften Ostwind kammnah in westlich exponierten HĂ€ngen abgelagert. Am Samstag hat der Wind auf Nord gedreht, wodurch nun auch die SĂŒdexpositionen mit Triebschnee beladen werden. Das Schneedeckenfundament ist vielerorts mit Harschkrusten durchsetzt, zwischen den Krusten finden sich lockere Schichten aus kantigen Kristallen. Kritisch ist vor allem die oberste, dĂŒnne Harschschicht, da sich unter ihr eine leicht störbare Schwachschicht gebildet hat. Dort, wo diese Schwachschicht mit frischem Triebschnee ĂŒberdeckt wurde, ist der Schneedeckenaufbau sehr instabil. Unterhalb der Waldgrenze findet sich schattseitig nach wie vor lockerer, ungebundener Pulverschnee. Sonnseitig hat sich vielerorts an der OberflĂ€che eine Schmelzharschkruste gebildet.

WETTER:
Am Sonntag erwartet uns ĂŒber den steirischen Bergen großteils strahlend blauer Himmel, aber auch arktisch kalte Temperaturen. In 2000m muss man mit bis zu -20 Grad rechnen. In den östlichen Gebirgsgruppen sorgt lebhafter Nordwind fĂŒr noch niedrigere gefĂŒhlte Temperaturen.

TENDENZ:
Auch am Montag bleibt es sehr kalt. Im Nordstau nimmt die Bewölkung ein wenig zu und es kann vereinzelt unergiebig schneien. Der Wind dreht auf Nordost. Die Lawinengefahr Àndert sich kaum.

Der nÀchste Prognosebericht wird Sonntag bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Andreas Gobiet

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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