Livebericht vom Einsatzort

Lawinenlagebericht fĂŒr die Steiermark vom 2016-12-28, 18:07 Uhr
Amt der SteiermÀrkischen Landesregierung
Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung

Link zum aktuellen Bericht (PDF)

Nordalpen West: 1-3 Waldgrenze
Nordalpen Mitte: 1-3 Waldgrenze
Nordalpen Ost: 1-3 Waldgrenze
Niedere Tauern Nord: 1-2 Waldgrenze
Niedere Tauern SĂŒd: 1-2 Waldgrenze
Gurktaler u. Seetaler Alpen:
Randgebirge West:
Randgebirge Ost: 1

Problem1: Triebschnee, GanztÀgig

SCHLAGZEILE:
Triebschneesituation in den Hochlagen ? erhebliche Lawingefahr!

GEFAHRENBEURTEILUNG:
In den Hochlagen der gesamten Nordalpen gilt erhebliche Lawinengefahr, darunter wird diese mit gering bewertet. In den Niederen Tauern herrscht oberhalb der Waldgrenze mĂ€ĂŸige, im östlichen Randgebirge geringe Lawinengefahr. Das Hauptproblem liegt in frisch gebildetem Triebschnee, der sich aufgrund des stĂŒrmischen Windes speziell in exponierten Lagen sĂ€mtlicher Expositionen ablagerte. Der Umfang der Gefahrenstellen nimmt ĂŒber der Waldgrenze deutlich zu. Triebschneeablagerungen, die sich speziell in GelĂ€ndeformen wie Rinnen und Mulden sowie hinter GelĂ€ndekanten befinden, können bereits bei geringer Zusatzbelastung gestört und als Schneebrettlawine ausgelöst werden. Im Allgemeinen sind diese Bereich aber recht gut erkennbar. Mit der Sonneinstrahlung können sich im Sinne der Setzung aus steilem GelĂ€nde Lawinen spontan lösen. Abgeblasene HĂ€nge sind hart und mitunter vereist, hier gilt erhöhte Absturzgefahr.

SCHNEEDECKENAUFBAU:
Seit Beginn des Schneefallereignisses (Dienstag Nachmittag) hat es in den Nordstaugebieten der Steiermark unter starkem Windeinfluss bis zu 60cm Neuschnee gegeben, wobei die Hotspots im Bereich des Toten Gebirges, der Eisenerzer Alpen und der Hochschwabgruppe lagen. Weiter sĂŒdlich fielen die Mengen deutlich geringer aus. Durch den stĂŒrmischen Wind wechseln abgeblasene und mit Triebschnee beladene Bereiche auf engstem Raum. In sĂ€mtlichen Regionen fiel der Niederschlag zu Beginn als Graupel. Dieser lagerte sich in höheren Lagen auf einer verharschten Altschneedecke ab und wurde in Folge von Triebschnee unterschiedlicher HĂ€rte ĂŒberdeckt. Die Verbindung dieser Schichten untereinander ist meist ungĂŒnstig. In tieferen Lagen fiel der Schnee (deutlich geringere Mengen)meist feucht auf apere Böden.

WETTER:
Am Mittwoch Abend klingt der Schneefall allmĂ€hlich ab, nur in den Stauregionen der Nordalpen kann es noch bis in die zweite NachthĂ€lfte bei abnehmender IntensitĂ€t weiter schneien. Der Donnerstag steht verbreitet im Einfluss eines ausgeprĂ€gten Hochdruckgebiets ĂŒber Westeuropa, nur in den westlichen Nordalpen können sich noch letzte Wolkenreste verbunden mit wenigen Schneeflocken halten. Bereits am Vormittag ist aber in der gesamten steirischen Bergwelt die Sonne vorherrschend. Der stĂŒrmische Nordwind ist in der FrĂŒh speziell in höheren, exponierten Lagen noch stark, lĂ€sst aber verbreitet am Vormittag, im Osten bis zum Nachmittag, spĂŒrbar nach. Die Temperaturen liegen in 2000m im Norden um -8 Grad, in 1500m um -5 Grad, im SĂŒden ist es eine Spur milder.

TENDENZ:
Das Jahr geht mit Hochdruckwetter zu Ende, am Freitag steigen die Temperaturen in allen Höhen an, womit sich die Frostgrenze um 2000m einpendeln wird. Durch die strahlungsreichen, milden Wetterbedingungen schreitet die Setzung der Schneedecke voran, vorhandene Schwachschichten werden weiter abgebaut. Vereinzelt sind in schneereicheren Gebieten setzungsbedingt kleine spontane Auslösungen möglich. Tiefere, schneearme Gegenden apern zunehmend wieder aus.

Der nÀchste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben.
Gernot Zenkl

Email: lawine@lawine-steiermark.at

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